Zufikon
Weitere Runde im Zufiker Vermögensstreit: Beschwerde ans Obergericht

Im juristischen Hick-Hack zwischen einer Anwaltskanzlei aus München und dem Zufiker Gemeindeammann Christian Baumann kommt jetzt das kantonale Obergericht zum Zug. Es geht um die 400'000 Franken, die Baumann veruntreut haben soll.

Lukas Schumacher
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Christian Baumann, Gemeindeammann von Zufikon

Christian Baumann, Gemeindeammann von Zufikon

Emanuel Freudiger

Vor zwei Wochen beendete die Aargauische Staatsanwaltschaft die Untersuchungen im Zufiker Vermögensstreit. Sie beschloss, kein Strafverfahren einzuleiten gegen den Vermögensberater und Zufiker Gemeindeammann Christian Baumann. Ein hinreichender Tatverdacht könne nicht begründet werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie erliess eine sogenannte Nichtanhandnahme-Verfügung.

Kanzlei schaltet Obergericht ein

Mit dieser Verfügung ist die Anwaltskanzlei aus München, die Mitte 2012 im Auftrag eines Mandanten in Aarau Strafanzeige gegen Baumann erstattete, nicht einverstanden. Sie wehrt sich gegen die Einstellung der Untersuchung und hat eine Beschwerde beim Aargauischen Obergericht deponiert. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft ist die Kanzlei der Auffassung, dass das Christian Baumann vorgeworfene Vermögensdelikt genügend belegt sei. Konkret geht es um 400000 Franken, die Baumann in den 1990er-Jahren als Treuhänder bei einem Deal mit dem deutschen Wirtschaftskriminellen Hans Heinrich Kuhlen veruntreut haben soll.

Im Weiteren kündigte die Münchner Anwaltskanzlei an, man werde nebst dem Einspruch beim Obergericht auch ein zivilrechtliches Verfahren gegen Baumann anstrengen.

Beschwerde auch von Baumann

Gemeindeammann Christian Baumann hat beim Obergericht innert Rechtsmittelfrist ebenfalls eine Beschwerde eingereicht. Seine Beschwerde richte sich selbstverständlich nicht gegen den Beschluss der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen einzustellen, sagte Baumann. «Inhaltlich geht es um einen ganz anderen Punkt.» Weiter dazu äussern wolle er sich im Moment nicht, schliesslich handle es sich um ein laufendes Verfahren.

Wie es in der gerichtlichen Auseinandersetzung weitergeht, wird sich weisen. Falls das Aargauische Obergericht die Beschwerde des Anzeigers (Anwaltskanzlei) abweist, bleibt diesem die Möglichkeit, als letzte Gerichtsinstanz das Bundesgericht anzurufen. Falls das Obergericht die Beschwerde des Anzeigers gutheisst, muss die kantonale Staatsanwaltschaft das Strafverfahren fortsetzen. Welche Folgen die Gutheissung respektive Ablehnung von Baumanns Beschwerde hat, bleibt vorderhand im Dunkeln. Klar in dieser dubiosen Geschichte ist derzeit nur: Der Vermögensstreit befindet sich in der zweiten Runde.

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