Bescherung

Weihnachtsüberraschung für bedürftige Familien in Costa Rica

Fabienne Hubschmid (Mitte) in Costa Rica. zvg

Fabienne Hubschmid (Mitte) in Costa Rica. zvg

Fabienne Hubschmid setzt alle Hebel in Bewegung, um vier Familien in Costa Rica für Weihnachten ein Zuhause zu schenken. Mit ihrem kleinen Hilfswerk legt sie Wert darauf, dass 100 Prozent der gespendeten Beiträge den Bedürftigen zukommen.

Weihnachten ist das Fest der Freude und Familie. Viele feiern die schönen Tage in einem warmen Zuhause mit köstlichem Essen. Aber nicht alle haben es so gut wie wir hier in der Schweiz – das hat Fabienne Hubschmid am eigenen Leib erfahren, als sie ein Austauschjahr in Costa Rica machte.

«Viele Familien haben Häuser aus Blachen und kein Anschluss zu Trinkwasser. Für mich ist das kein würdiges Zuhause.» Deshalb möchte sie diese Weihnachten vier Familien in Costa Rica eine Unterkunft schenken. Das Problem: Spenden für zwei Häuser fehlen noch.

Es ist nicht das erste Projekt, das die ehemalige Schülerin der Kantonsschule Wohlen aufgleist. Angefangen, soziale Hilfe zu leisten, hat sie im Rahmen ihrer Maturaarbeit. «Ayuda desde lejos» – Hilfe aus der Ferne – heisst ihr Projekt.

Zusammen mit der Organisation «Techo», die in 25 Ländern in Lateinamerika tätig ist, finanziert und baut sie Häuser für Bedürftige. Was einmal als Maturarbeit angefangen hat, ist längst Teil ihres Lebens geworden. Seit neustem ist sie sogar Koordinatorin der Schweiz für die Hilfsorganisation «Techo».

Sie hilft eigenhändig mit

«Mein Projekt ist nicht zu vergleichen mit grossen Organisationen wie der Glückskette», erklärt die Freiämterin. «Es ist familiär und klein, aber das Geld kommt zu hundert Prozent den Bedürftigen zugute.» Dafür sorgt sie meist selbst. Seit 2013 war sie dreimal persönlich in Costa Rica und hat sich um das Bauen der Häuser gekümmert.

Zum eigenhändigen Mithelfen ist sie sich nicht zu schade. «Die Freude in den Augen der Familien zu sehen, ist das Schönste für mich und zugleich auch eine unglaubliche Motivation weiterzumachen.» Besonders berührt hat sie bei ihrem letzten Besuch im vergangenen August eine schwangere Frau, die ihr Kind zu früh auf die Welt brachte. Sie hatte kein Zuhause und nur dank der geschenkten Unterkunft durfte sie das Kind vom Spital überhaupt nach Hause nehmen.

Nicht immer ernst genommen

Fabienne Hubschmid kommt aus Zufikon und studiert seit einem Jahr Jura an der Universität Lausanne. An der Uni hat sie einige Mitstudenten für ihr Projekt begeistern können. «Es ist schön, ein bisschen Unterstützung zu haben», sagt sie. Zum Beginn des Projekts sei es schwierig gewesen, Spenden zu sammeln.

«Ich wurde als Schülerin nicht immer ernst genommen», erinnert sie sich. Unterdessen kennen Bekannte in der Umgebung Fabienne und ihr Projekt. Trotzdem: «Es ist ein ständiger Kampf, Präsenz zu zeigen.» Für die diesjährige Weihnachtsaktion zieht sie nun alle Hebel, um noch rechtzeitig die dringend gebrauchten Spenden aufzutreiben. «Ich wünsche mir so sehr, dass es für die Familien klappt.»

Es fehlen noch Spenden für zwei Unterkünfte von jeweils 2440 Franken. Speziell ist bei dieser Aktion, dass die Spender eine Bestätigung in Form eines Bildes der Familie oder je nach Spendebetrag sogar ein Video der Familie erhalten. Die Freiämterin erklärt: «Es ist ein kleines Dankeschön für die dringende Hilfe.»

Spenden sind herzlich willkommen unter www.ayudadesdelejos.ch.

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