Wohlen
Weihnachtsfeier im Bifang – mit einer etwas anderen Weihnachtsgeschichte

Vor allem die Geschichte der Pfarrerin und die Musik prägten die Weihnachtsfeier im Wohn- und Pflegezentrum Bifang.

Walter Christen
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«Süsser die Glocken nie klingen»: Bifang-Chor mit Ruth Dettwyler (links) an der Weihnachtsfeier im Wohler Wohn- und Pflegezentrum. Walter Christen

«Süsser die Glocken nie klingen»: Bifang-Chor mit Ruth Dettwyler (links) an der Weihnachtsfeier im Wohler Wohn- und Pflegezentrum. Walter Christen

Walter Christen

Erwartungsvoll sassen die Bewohnerinnen und Bewohner von Haus 8 im Speisesaal. Sie hatten sich zur traditionellen Weihnachtsfeier im Bifang Wohn- und Pflegezentrum versammelt. Der festliche Anlass wurde vom Bifang-Chor eröffnet, unter Leitung von Ruth Dettwyler am Piano. Die Sängerinnen und Sänger trugen verschiedene Weihnachtslieder voller Hingabe vor und ernteten grossen Applaus. Nach der Begrüssung von Bifang-Geschäftsleier Marcel Lanz folgte eine besinnliche musikalische Darbietung der «Magic Flutes» unter Leitung von Sabina Bürger: Harfe, Cello und Querflöten liessen im Saal eine harmonische Stimmung aufkommen, in die Pfarrerin Sabine Herolds Weihnachtsgeschichte passte. «Viele Geschichten in der Weihnachtszeit wollen eine frohe Botschaft vermitteln. Ich erzähle eine Geschichte, die so nicht in der Bibel steht. Sie betrifft aber alle und ist letztlich auch wahr», betonte die reformierte Wohler Pfarrerin.

Ohne Gefolge und unauffällig

«Kaum hatten die drei vornehmen Gäste aus dem Morgenland ihre Gaben dargebracht und die Stadt wieder verlassen, nahten drei andere Gestalten. Sie kamen ohne Gefolge und unauffällig. Ihr Gang war schleppend. Der erste von ihnen ging in Lumpen einher und schaute hungrig und durstig um sich. Der zweite ging vornübergeneigt. Er trug an den Händen Ketten. Der dritte hatte wirre Haare und einen suchenden Blick, als wenn er nach etwas Verlorenem Ausschau hielte.

Die drei Fremden brachten dar, was sie hatten. Der erste legte einige seiner Lumpen auf die Krippe. Der zweite nahm eine seiner Ketten und legte sie neben das Kind. Der dritte sprach: ‹Nimm meine Zweifel, meine Gottverlassenheit und meine Sehnsucht.› Von den drei Reisenden schien etwas Schweres abgefallen zu sein.»

Lumpen, Ketten, Sehnsucht

Die Pfarrerin stellte fest, dass es an Weihnachten nicht in erster Linie um Geschenke geht, sondern um Besinnung. Denn jeder trage seine Lebenslumpen, seine Ketten und seine Sehnsucht mit sich herum, die abgeladen werden möchten. «Wer das schafft, für den ist jeden Tag Weihnachten», lautete die Botschaft von Sabine Herold.

Umrahmt von feierlichen Weisen der «Magic Flutes», wandte sich Marianne Piffaretti an die Versammelten. Die Präsidentin des Bifang Wohn- und Pflegezentrums wand dem Chor, der grosse Freude verbreitet hatte, ein Kränzchen. Sie würdigte das Bifang-Personal, das sich das ganze Jahr über um das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner kümmert und erinnerte daran, dass in der Adventszeit innegehalten werden könne. «Es ist die Zeit zum Nachdenken. Vieles kann noch erledigt oder gelöst werden», sagte die Präsidentin und stimmte ein in die gemeinsam gesungenen Weihnachtslieder. Die Feier fand ihren Abschluss in einem festlichen Essen aus der Bifang-Küche.