Niederwil

Weihnachtsbaumwerfen: O Tannenbaum, wie fliegen deine Blätter

Weihnachtsbaumwerfen Niederwil

Es brauchte einiges an Kraft, um die Bäume zu werfen, wie das Video zeigt.

Der Dreikönigstag wurde in Niederwil mit dem traditionellen Weihnachtsbaumwerfen gefeiert. Die Feuerwehr machte aus der Grüngutentsorgung ein Volksfest.

Kaum vorzustellen, aber vor knapp zwei Wochen sassen sie noch alle traulich unter dem festlich geschmückten Bäumchen, verzaubert vom Kerzenschein und friedlich gestimmt durch üppiges Essen und das Absingen heiliger Lieder. Doch heute, am Dreikönigstag, da packen sie den Stamm ihres Weihnachtsbaumes mit fester Hand, greifen beharzt und jeden Schmerz verachtend mitten ins Geäst, schwingen aus und werfen das nadelnde Immergrün in hohem Bogen über den Vorplatz des Feuerwehrmagazins von Niederwil.

Wer einen möglichst schweren Baum möglichst weit wirft, hat gewonnen. Drei Versuche hat jeder Werfer. Der beste Wurf wird gewertet.

Die Bilder vom Anlass:

Den Schweden abgeschaut

Die Spielregeln sind einfach, und mitmachen wichtiger als gewinnen. Was vor fünf Jahren als launige Idee vom Füürwehr Club der Feuerwehr Niederwil Fischbach-Göslikon lanciert wurde, gehört heute schon fest ins Jahresprogramm. «Inspiriert hat uns sicher der schwedische St.-Knuts-Brauch», erzählt Clubarchivar Michael Müller und spielt damit auf die Fernsehwerbung von Ikea an, wo die leeren Weihnachtsbäume einfach aus dem Fenster fliegen. «Wir können bei uns ja nicht einfach die Bäume auf die Strasse schmeissen», ergänzt Nick Eichenberger, Präsident des Füürwehr Clubs, «aber entsorgen müssen wir sie auch. So sind wir auf die Idee gekommen, einen solchen Weitwurfwettbewerb zu machen.»

Auch diesmal hat der etwas schräg anmutende Sportanlass zahlreiche Familien zum Feuerwehrmagazin gelockt, wo sie sich in den drei Kategorien Männer, Frauen und Kinder (bis 16 Jahre) im Weihnachtsbaumweitwurf massen. Den Baum konnte man selber mitbringen oder ihn vorgängig von der Feuerwehr bei sich zu Hause abholen lassen. «Für uns ist dieser Anlass eine Dienstleistung für die Bevölkerung», sagt Nick Eichenberger, «und wir nutzen die Gelegenheit, um einerseits auf die Gefahr im Umgang mit offenem Feuer und einer trockenen Tanne hinzuweisen und andererseits, um neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen.» Mehr als 150 Bäume wurden am vergangenen Samstag zum Feuerwehrmagazin gebracht und fast jeder davon erlebte noch einmal einen Höhenflug, bevor er, im Laufe dieser Woche dann, seine definitiv letzte Reise durch den Schredder antritt.

So schnell brennt ein Baum:

So schnell brennt ein alter Weihnachtsbaum

Demonstration am Baum

Ein paar ausgewählte Exemplare dienten den Löschprofis auch als Demonstrationsobjekte auf der Feuerschale. Innerhalb weniger Sekunden stand so ein Weihnachtsbaum im Vollbrand. «Darum muss immer ein Eimer Wasser bereitstehen, wenn man die Kerzen am Baum anzündet», betonte Michael Müller – und löschte nach der Siegerehrung dann auch noch den inneren Brand.

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