Der Weiher in Fi-Gö ist 100 Meter breit, 290 Meter lang und am tiefsten Punkt 3 Meter tief. Und er heisst nicht Mösli. «Das Gewässer trägt den Namen Moos», erklärte Hans Kneubühler. «Die verbreitete Bezeichnung Mösli finde ich etwas abwertend.» Er führte die Natur- und Vogelschutzvereine Tägerig, Mellingen und Wohlenschwil um den See. Bei vier Standorten erzählte er alles Wissenswerte rund um die Entstehung, das Schutzkonzept und die Pflanzenwelt.

«Das Moos bildete sich aus einem Toteis-See des verflossenen Reussgletschers», erklärte Kneubühler gleich beim ersten Posten. Das heisst, ein riesiger Eisblock, umschlossen von Moränenmaterial, formte nach seiner Schmelzung eine dichte Mulde, die sich dann mit Wasser füllte. «Mit der Zeit ist der See verlandet, es entwickelten sich Flach- und Hochmoore.» Infolge der Torfgewinnung in der Mitte des 20. Jahrhunderts füllte sich der daraus entstehende Hohlraum wieder mit Wasser – der heutige See.

Das Hochmoor ist das Herzstück

Beim zweiten Posten erzählte Kneubühler Wissenswertes über die Nutzung und Pflege des Flachmoorgebiets, danach ging es zum «Herzstück des Gebiets», wie er sagte; zum Hochmoor im Südosten. Vor allem diese Stellen müssen intensiv geschützt werden – «sie sind sehr selten geworden.» Und sie seien bedroht: früher durch die Tritte der Menschen, heute durch die Austrocknung und Überwachsung mit dem Faulbaum.

Winzig kleine Frösche, zahlreiche interessante Pflanzen, Vogelmütter mit ihren Jungen – auf dem Weg von Posten zu Posten begegneten die Teilnehmer den Schönheiten der Natur rund um das Moos. Um die Freude des Menschen an der faszinierenden Umgebung ging es schliesslich beim letzten Standort: «Der Mensch soll Zutritt zu diesem Paradies haben, es jedoch nicht beschädigen», sagte Kneubühler. Deshalb sei die Nutzung stark reglementiert. Kneubühler selber sei oft an dieser Stelle am Moos, direkt am Ufer. «Hier ist sozusagen mein Stammtisch», sagte er lachend.