Muri
Wegen Info-Panne: Osterspiel und «muri-nights» kamen sich in die Quere

Filmklub und Murikultur konnten Krach im Klosterhof in letzter Minute abwenden: Fehler bei der Terminabsprache konnten in letzter Minute ausgebügelt werden.

Eddy Schambron
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Das neue Organisationskomitee von «muri-nights»: Stephan Christen, Claudia Wick, Daniela Schmidt und Joel Knecht.

Das neue Organisationskomitee von «muri-nights»: Stephan Christen, Claudia Wick, Daniela Schmidt und Joel Knecht.

Zur Verfügung gestellt

Fast wäre es zum Eklat gekommen: Das Osterspiel von Muri und «muri-nights» finden beide im Klosterhof statt. Fehler bei der Terminabsprache konnten sozusagen in letzter Minute ausgebügelt werden, wie Reto Holzgang, Präsident des Filmklubs Muri, der «muri-nights» organisiert, bestätigt. Jetzt findet der Anlass seines Klubs vom 3. bis 5. Juli vor dem Singisenflügel statt, weil der Klosterhof bereits mit Tribüne und Bühnenbild des Osterspiels belegt ist.

Der Filmklub hatte die gemeinderätliche Zusage, auf dem Klosterhof seinen Jubiläumsanlass, die 10. «muri-nights» durchführen zu können. Relativ kurzfristig wurde allerdings klar, dass zwei Veranstalter auf dem gleichen Platz planten: Murikultur mit dem Osterspiel, der Filmklub mit «muri-nights». Grund dafür war eine Informationspanne. «Es gab für uns nur zwei Möglichkeiten», meint Holzgang: «Stur bleiben oder einen Weg suchen, damit beide aneinander vorbeikommen können.» Der Filmklub weicht jetzt auf den Platz vor dem Singisenflügel aus.

Erstmals mit internationaler Band

Am 5. Juli ist nach der Freiämter Popband When they Wake (19.30 Uhr) die Bühne frei für die legendäre britische Musikgruppe Manfred Mann's Earth Band (21 Uhr). Neben den musikalischen Höhepunkten hat «muri-nights» einiges zu bieten: Am Donnerstagabend, 3. Juli, steht mit Heinz Winters Dokumentarfilm «Mikrokosmos Gassenschau» ein spannender Zugang zur Produktion der Variété-Theatergruppe Karl's kühne Gassenschau auf dem Programm. Der Freitagabend gehört der neuen Schweizer Filmkomödie «Vielen Dank für nichts» von Oliver Paulus. Zuvor spielt die Innerschweizer Popband Laycargo. (es)

Mehraufwand und Mehrkosten

Für den Filmklub bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand. «Wir mussten von Grund auf neu planen», sagt Holzgang. Dazu kam ein grosser Zeitdruck, wie Stephan Christen, Chef Bau, ausführt. «Was wir im Klosterhof dank unserer Erfahrung fast blind hätten aufbauen können, müssen wir nun komplett neu angehen - angefangen von einfachen Abklärungen bis hin zum Verlegen der Stromleitungen.» Dieser Mehraufwand schlägt sich auch auf die Kosten nieder. «Der Mehraufwand wird von Murikultur vergütet», wie Holzgang erklärt, «mit einem fünfstelligen Betrag».

Keine gemeinsame Nutzung

Für «muri-nights» wäre die Tribüne des Osterspiels, welche bereits steht, nicht nutzbar. «Das Bühnenbild mit seinen Verspiegelungen ist viel zu heikel». Etwas Gutes können Holzgang und Christen der speziellen Situation trotz Ärger und Zusatzarbeit abgewinnen: «Wir können so auch mal etwas Neues ausprobieren.» Wobei nicht klar ist, ob der Platz vor dem Singisenflügel auch in Zukunft zu haben wäre. Ein Grossteil des Platzes gehört nämlich dem Kanton, und dieses Mal hat er wohl im Sinn einer Ausnahmebewilligung die von der Gemeinde Muri offenbar etwas eigenmächtig gemachte Zusage zur Benützung des Areals abgesegnet.

Platz hat der Filmklub Muri für die Konzerte der legendäre Manfred Mann's Earth Band und die Freiämter Popband When they Wake am nicht freiwillig gewählten Standort auf jeden Fall genug. «Aber die Atmosphäre wird wohl nicht die gleiche sein wie im Klosterhof», vermutet Holzgang, der aber trotzdem zuversichtlich auf den Anlass blickt. «Wir haben für Junge und für Ältere ein attraktives Angebot.»

Neue Organisation

Zur Aufregung um den Platz kommt in diesem Jahr die besondere Herausforderung, dass der Anlass von einem neuen Organisationskomitee realisiert wird. Daniela Schmidt, Claudia Wick, Stephan Christen und Joel Knecht haben sich der Aufgabe angenommen, nachdem im letzten Jahr der beliebte Film- und Musikanlass wegen internen Differenzen nicht hatte organisiert werden können. Auch ein Versuch, den Anlass in einer bescheidenen Form zu realisieren, scheiterte. Dem damaligen Beschluss, die Veranstaltung dieses Jahr «mit frischem Elan» auf die Beine zu stellen, folgen nun Taten.

Mit dem Film-Open-Air gehörte Muri zu den Pionieren der Schweiz. Was in Locarno möglich ist, sollte in kleinerem Rahmen auch in Muri funktionieren, fand der damalige Präsident des Filmklubs, Hardy Ketterer. Filmvorführungen allein locken aber seit einiger Zeit zu wenig Publikum an. Seit 2004 gibt es deshalb nicht nur Filme, sondern auch Live-Musik unter freiem Himmel, eben die «muri-nights».