Zufikon

Wegen Flugblatt mit Beschuldigungen: Gemeindeammann reicht Strafanzeige ein

Gemeindeammann Christian Baumann: «Ich muss davon ausgehen, dass dieses Flugblatt in alle Haushalte von Zufikon verteilt wurde.

Gemeindeammann Christian Baumann: «Ich muss davon ausgehen, dass dieses Flugblatt in alle Haushalte von Zufikon verteilt wurde.

Christian Baumann nimmt gegenüber der Aargauer Zeitung Stellung zu den Vorwürfen, die Bruno Bühler in einem Flugblatt gegen den amtierenden Gemeindeammann erhoben hat.

Als Zufikons Gemeindeammann, Christian Baumann, am Samstag vom Waldumgang nach Hause kam, fand er in seinem Briefkasten ein Flugblatt mit dem Titel: «Warum es Zeit ist, dass Christian Baumann als Gemeindeammann durch Berndt Samsinger ersetzt wird».

Es soll die Wähler davon abbringen, ihn am 24. September im Amt zu bestätigen. «Von da an schellte mein Telefon ununterbrochen und es hagelte Mails. Ich muss davon ausgehen, dass dieses Flugblatt in alle oder fast alle Haushalte verteilt wurde», meint Baumann.

Das Flugblatt ist unterzeichnet von Bruno Bühler. Er ist für Baumann kein Unbekannter: «Bruno Bühler hat sich zu meinem Wahlhelfer gemacht, als ich 2009 als Ammann kandidierte. Er hat Leserbriefe zu meinen Gunsten geschrieben, hatte von mir aber keinen Auftrag dazu. Dann hat er das Lager gewechselt. Letztes Jahr hat er eine Kampagne gestartet und mich im Internet und auf Flugblättern angegriffen.»

Das ging so weit, dass Baumann eine Anzeige einreichte wegen übler Nachrede, Verleumdung und Beschimpfung. Die Parteien handelten im März 2016 einen Vergleich aus. Die Website «bravo-pfui», auf der Bühler Baumann verunglimpft hatte, hat Bühler noch vor der Gerichtsverhandlung vom öffentlichen Netz genommen.

Die Inhalte der verschlüsselten Website sind jetzt allerdings über Bühlers neue Website «diewahrheit» abrufbar. Da findet sich auch die Vorlage für das Flugblatt. Ein Vorwurf betrifft Baumanns «... langjährige geschäftliche Verbindung mit dem verurteilten Betrüger Hans Heinrich Kuhlen ...» Dadurch schädige Baumann den Ruf von Zufikon, steht im von Bühler unterzeichneten Flugblatt.

Baumann konnte Belege vorlegen

Dazu sagt Baumann, er habe Kuhlen tatsächlich im Rahmen eines Trust-Geschäftes betreut. Der Trust wurde eröffnet, bevor die Strafanzeigen aus Deutschland und den USA gegen Kuhlen eingingen. 1995 flossen die Trusteinlagen von Kuhlen an ihn zurück. Die Belege dafür konnte Baumann den Strafbehörden vorlegen.

Obwohl der Fall schon verjährt gewesen wäre, wollte Baumann reinen Tisch machen und seine gewissenhafte Geschäftsführung nachweisen. Zusammen mit der Strafanzeige hat Baumannns Anwältin ein Schreiben an Bühler gesandt, worin sie ihn auffordert, seine Website «diewahrheit» sofort vom Netz zu nehmen.

«Anzeige offensichtlich sinnlos»

Bruno Bühler erklärt in seiner Stellungnahme, die aus Platzgründen nicht in voller Länge wiedergegeben werden kann, unter anderem: «Es ist bedauerlich, dass GA Baumann sich nicht an mein Angebot auf dem Impressum hält. Herr Baumann könnte der Gemeinde und den Steuerzahlern (falls die Gemeinde wiederum widerrechtlich seine Anwaltskosten übernimmt) sinnlose Ausgaben und dem Staat unnötige Leerläufe ersparen.»

Er werde die Anklage auf der zusätzlichen Webpage «neue Strafanzeige von GA Baumann» thematisieren und Stellung nehmen zum einzigen ihm bekannten Anklagepunkt bezüglich seiner Aussagen über seine Verbindung zum verurteilten Betrüger Hans Heinrich Kuhlen. Es gebe keine gesetzliche Handhabe, seine Website umgehend offline zu stellen. Er lasse sich nicht «mundtot» machen.

Weiter sagt Bühler: «Was mir Baumann in seiner neuen Strafanzeige vorwirft, weiss ich nicht. Ich weiss lediglich, dass er mich wegen Ehrverletzung einklagen liess. Von der AZ erfuhr ich, meine Aussage auf dem Flyer betreffend seiner geschäftlichen Verbindung mit dem verurteilten Betrüger Hans Heinrich Kuhlen habe ihn zur Klage veranlasst. Ich werde dazu auf meiner Website Stellung nehmen und meine Aussagen und Vorwürfe beweisen.»

Baumann sei gut beraten, «seine offensichtlich sinn- und chancenlose Anzeige» zurückzuziehen. Wenn Baumann seinerseits Beweise liefere, werde er allfällige falsche Anschuldigungen jedoch sofort von seiner Website entfernen.

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