Wohlen

Wegen eines einzelnen Einbruchs: War die Polizei-Warnung übertrieben?

Panikmache oder sinnvolle Sensibilisierung? Die Kapo warnt vor Einbrüchen in Wohlen.

Panikmache oder sinnvolle Sensibilisierung? Die Kapo warnt vor Einbrüchen in Wohlen.

Vor kurzem wurde erstmals eine Freiämter Gemeinde vor einem erhöhten Einbruchsrisiko gewarnt. Ausschlaggebend war ein einziger Einbruch. Doch ist dieses Vorgehen nicht übertrieben vorsichtig und wird die Bevölkerung damit nicht unnötig verunsichert?

Dank dem System «Precops» der Kantonspolizei Aargau soll die Bevölkerung proaktiv vor Einbrüchen gewarnt werden können. Die Software errechnet aus eingehenden Daten eine Prognose.

Am Mittwoch gab die Kapo erstmals eine Warnung für eine Freiämter Gemeinde heraus: «Die tägliche Analyse aus der Auswertung des laufenden Einbruchsgeschehens weist nun darauf hin, dass aktuell in Wohlen ein erhöhtes Einbruchsrisiko im Wohnbereich besteht.

So muss damit gerechnet werden, dass Einbrecher Objekte heimsuchen und bei Abwesenheit der Anwohner gewaltsam eindringen», heisst es in der Medienmitteilung. Aus Wohlen wurde bereits am Dienstagmittag ein Einbruch in ein Einfamilienhaus gemeldet.

Allerdings war dies der einzige Einbruch in den letzten zehn Tagen. Wie kommt das System also darauf, dass eine erhöhte Gefahr besteht?

«‹Precops› sammelt verschiedene Indizien. Wenn bei einem Einbruch die Anzeichen bestehen, dass es sich um den Beginn einer Einbruchsserie handeln könnte, gibt es einen Alarm aus», erklärt Barbara Breitschmid, Mediensprecherin der Kantonspolizei Aargau.

Ein Einbrecher sei auch eine Art «Gewohnheitstier»: «Wenn er in einer Gegend Erfolg hat, dann kommt er oftmals wieder», sagt Breitschmid.

Bevölkerung sensibilisieren

Ein einzelner Fall kann also, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind, bereits einen Alarm für eine drohende Einbruchsserie auslösen. Verunsichert man damit nicht die Bevölkerung?

«Wir wollen natürlich nicht, dass Panik ausbricht, sondern die Bevölkerung sensibilisieren.» Wachsamkeit und Meldungen über ungewöhnliche Vorkommnisse, zum Beispiel ein Auto mit ausländischen Kennzeichen in einem Wohnquartier, hätten schon dazu geführt, dass Einbrecher ertappt worden seinen.

«Die Leute sollen auch wissen, dass sie in einem solchen Fall anrufen dürfen und sollen.» Mit verschiedenen Massnahmen können zudem die Chancen auf einen Einbruch verringert werden: Türen und Fenster sollten auch bei kurzer Abwesenheit stets verschlossen werden, das Haus sollte nicht verlassen aussehen und wer in die Ferien verreist, sollte seinen Nachbar informieren, damit er zum Haus oder zur Wohnung schauen kann.

Vermehrte Patrouillen

Auch für die Polizei hat die Meldung von «Precops» Auswirkungen: «Kantons- als auch die Regionalpolizei fahren Patrouillen. Ein zusätzliches Mittel sind auch Verkehrskontrollen, um Einbrecher abzuschrecken oder sie bestenfalls in einer Kontrolle zu erwischen», so Breitschmid.

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