Lieni Füglistaller

Wegen Corona: Alt SVP-Nationalrat stellt Ernährung radikal um – und nimmt 10 Kilo in 6 Wochen ab

Lieni Füglistaller hat in kurzer Zeit rund 10 Kilo Gewicht und 7 Zentimeter Bauchumfang verloren.

Lieni Füglistaller hat in kurzer Zeit rund 10 Kilo Gewicht und 7 Zentimeter Bauchumfang verloren.

Lieni Füglistaller (69, Berikon) hat seine Lebensgewohnheiten umgestellt, um sein Immunsystem zu stärken. Jetzt mahnt er die Bevölkerung, dass eine zweite Ansteckungswelle bevorsteht.

Der Bundesrat hat die Corona- Einschränkungen gelockert. Wir dürfen uns etwas freier bewegen, im Baumarkt einkaufen, zum Coiffeur gehen und bald auch wieder unsere Stammbeiz besuchen. Der ehemalige Aargauer Grossrat und Nationalrat Lieni Füglistaller (69, SVP) mahnt aber zur Vorsicht: «Ich bin überzeugt, dass eine zweite Welle kommt,» sagt er.

Und für diese zweite Welle will der Rudolfstetter, der seit einem knappen Jahr im benachbarten Berikon wohnt, gewappnet seit: «Ich gehe mit AZ-Verleger Peter Wanner einig, der vor einigen Tagen in der Zeitung dazu aufgerufen hat, das eigene Immunsystem zu stärken.» Das, sagt Füglistaller, könne letztlich matchentscheidend sein: «Wie Peter Wanner in der ‹Schweiz am Wochenende› geschrieben hat, ist das Warten auf einen Impfstoff keine Strategie, sondern eher eine Hoffnung. Deshalb tun wir gut daran, uns präventiv auf eine allfällige zweite Welle vorzubereiten und unseren Körper zu stärken.»

Ernährung umgestellt und Alkoholkonsum beschränkt

Lieni Füglistaller hat zwar früher Fussball gespielt und später im FC Nationalrat mitgekickt. Der Prototyp eines sportlichen Menschen ist er aber nicht: «Ich esse nach wie vor gerne und mag dazu auch ein gutes Glas Wein. Das hat im Laufe der Jahre Spuren hinterlassen», schmunzelt er und zeigt auf sein Bäuchlein. Auf Alkohol verzichtet er mittlerweile weitgehend, das Essen geniesst er nach wie vor. «Aber in Massen, ich habe die Ernährung radikal umgestellt und in knapp sechs Wochen bereits 10 Kilo abgenommen.» 

Den Ausschlag dazu gab ein Gesundheitscheck bei seinem Hausarzt, dem sich Füglistaller regelmässig unterzieht: «Nicht nur Ihr Blutdruck ist zu hoch, auch Ihre Cholesterinwerte liegen massiv über dem Grenzwert, hat mir mein Arzt Ende Februar gesagt.» Er sei von diesem Resultat zwar nicht überrascht gewesen, habe aber umgehend beschlossen, etwas gegen die schlechten Werte zu unternehmen. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der damals anrollenden Coronawelle. «Man wusste vor zwei Monaten noch weniger über dieses Virus als heute. Aber mir war klar, dass ich mich nur mit einer bewussteren Lebensweise stärker schützen kann.»

Sein Arzt habe ihm Blutdruck- und Cholesterinsenker verschrieben. Doch diese habe er nach kurzer Zeit abgesetzt, dafür aber sein Essverhalten umgestellt und den Alkoholkonsum eingeschränkt. «Ich halte mich dabei an ein Konzept von Epigeneticbalance, einer Firma, die sich mit Prävention gegen ernährungsbedingte Krankheiten befasst. Über deren App stelle ich mein Essen zusammen.» Dabei, erklärt Füglistaller, achte er auf die Menge der zugeführten Kalorien ebenso wie auf den richtigen Anteil der ungesunden gesättigten Fettsäuren und der für den Körper wichtigen ungesättigten Fettsäuren.

Der Erfolg lässt sich sehen. Er habe, sagt Füglistaller, in kurzer Zeit 7 Zentimeter Bauchumfang verloren. Die Laborwerte, die er regelmässig über das Labor von Epigeneticbalance kontrollieren lässt, seien klar besser geworden: «Innerhalb von knapp vier Wochen ist mein Cholesterinspiegel um 21 Prozent gesunken, der Glucosewert um 15 Prozent. Auch der Blutdruck, der Ende Februar von meinem Arzt noch mit 184/96 gemessen worden ist, liegt jetzt absolut im grünen Bereich», sagt Lieni Füglistaller.

Bund sollte bei Prävention aktiver werden

Mit Essensumstellung und Alkoholverzicht geht mehr körperliche Betätigung einher: «Ich gehe zwar nicht Fussball spielen oder joggen, aber ich bewege mich viel mehr als früher und fühle mich sehr wohl», erklärt der 69-Jährige. Mit der Essensumstellung, bei der auch Gattin Vreni mitmacht, habe er keine Mühe. «Angefangen haben wir mit 900 Kalorien pro Tag, mittlerweile dürfen wir rund 1500 Kalorien aufnehmen. Menüs stellen wir über die erwähnte App zusammen. Das Essen ist abwechslungsreich, Hungergefühle hatte ich bisher keine.»

Lieni Füglistaller legt offen, dass er an der Firma Epigeneticbalance beteiligt ist und dort im Verwaltungsrat sitzt. In diesem Engagement sieht er sich nach den persönlichen Erfahrungen der vergangenen Wochen be­stätigt: «Es gibt auch andere Firmen und Organisationen, die auf dem Gebiet der Gesundheitsprävention tätig sind. Ich denke, sie alle könnten einen wichtigen Beitrag leisten, insbesondere jetzt, im Hinblick auf eine zweite Coronawelle», sagt der Alt-Nationalrat.

Füglistaller findet, dass diese Bemühungen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu wenig ernst genommen würden: «Das BAG setzt voll auf Intensiv-Medizin und das Phantom Impfstoff – grundsätzlich also auf das Prinzip Hoffnung. Ich bin überzeugt, dass es jetzt ebenso dringend und wichtig wäre, die Immunabwehr gegen Corona zu organisieren.» Corona, sagt Füglistaller abschliessend, sei im Moment zwar hochaktuell, aber es gehe bei der von ihm angesprochenen Prävention nicht allein um dieses Thema: «Ich bin überzeugt, dass das BAG einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Gesundheitskosten leisten könnte, wenn es mehr Wert auf die Vorsorge legen würde. Das gilt insbesondere auch für die Prävention gegen nichtansteckende Krankheiten.»

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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