Eggenwil

Wegen Corona: Aargauer Gemeinde fängt per sofort an zu sparen

Bei den Steuern erwartet der Gemeinderat markant weniger Einnahmen. (Symbolbild)

Bei den Steuern erwartet der Gemeinderat markant weniger Einnahmen. (Symbolbild)

Die Coronakrise könnte für die Gemeinden ein Loch in der Kasse bedeuten. Eggenwil reagiert bereits jetzt.

Für viele Unternehmen sind es derzeit schwere Zeiten. Die Aufträge sind wegen der Coronakrise eingebrochen, die Umsätze dementsprechend tief. Bald könnte die derzeitige Situation auch für Gemeinden finanzielle Folgen haben. Der Grund: Die schlechte Wirtschaftslage hat einen direkten Einfluss auf die Steuereinnahmen. Auch durch die Kurzarbeit, die viele Unternehmen beantragt haben.  ­Dadurch haben Arbeitnehmer weniger Einkommen, die Gemeinden dadurch weniger Steuereinnahmen. Es droht das Loch in den Gemeindekassen.

Eggenwil warnt bereits in ihren Gemeindenachrichten: «Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus werden auch auf den Eggenwiler Finanzhaushalt noch nicht abschätzbare Folgen haben.» Insbesondere bei den Steuern rechne man mit wesentlichen Mindereinnahmen. «Allerdings werden verlässlichere Zahlen erst im Herbst vorliegen, wenn sich die Steuerpflichtigen erfahrungsgemäss wegen zu hohen provisorischen Steuerrechnungen für das Jahr 2020 melden.»

Gemeinderat beschliesst Sparmassnahmen

Solange will die Gemeinde jedoch nicht abwarten, sondern ergreift bereits jetzt Massnahmen. Respektive setzt noch im laufenden Jahr den Rotstift an. Sämtliche Ausgabenpositionen des Budgets 2020 seien erneut überprüft worden, schreibt die Gemeinde. Mit Folgen: Der Gemeinderat hat ein Sparmassnahmenpaket verabschiedet. Betroffen sind unter anderem die Klausurtagung des Gemeinderats, der Ausflug und das Weihnachtsessen von Gemeinderat und Verwaltung, die Essen der Feuerwehr bei Hauptübung und Kommissionssitzungen sowie die Ausflüge und das Examenessen der Schule. Dagegen sollen die Jahresbeiträge an die Vereine oder der Gemeindebeitrag an den Seniorennachmittag unverändert belassen werden.

Insgesamt kann die Gemeinde mit der Sparübung einen Betrag im tieferen fünfstelligen Bereich einsparen, wie Gemeindeammann Roger Hausherr auf Anfrage mitteilt. «Es geht uns auch darum, in dieser für viele Menschen schwierigen Zeit ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Zu zeigen, dass auch die Gemeinde vor Herausforderungen steht und dass wir bereits früh versuchen, etwas zu unternehmen.» Es ist nicht die erste finanzpolitische Anpassung der Gemeinde während der Coronakrise. Anfang April hat der Gemeinderat verkürzte Zahlungsfristen und vorgezogene Budgetausgaben beschlossen (die AZ berichtete). Dies, um das Gewerbe in diesen schweren Zeiten zu unterstützen.

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