Wohlen
Weg zur Rebberg-Erschliessung bleibt steinig

Die Bauverwaltung übernimmt nach Differenzen mit der Firma WBM Waser Baumanagement & Co die Bauleitung selber. Dies führt zu einer Mehrbelastung, das Projekt ist aber weiterhin im Zeitplan.

Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen
Trotz Wechsel bei der Bauleitung soll die Wagenrainstrasse, das Kernstück der Rebberg-Erschliessung, termingerecht fertig werden.

Trotz Wechsel bei der Bauleitung soll die Wagenrainstrasse, das Kernstück der Rebberg-Erschliessung, termingerecht fertig werden.

Aargauer Zeitung

Thomas Geissmann liess am Montag aufhorchen. «Nach einem Zerwürfnis mit dem externen Ingenieurbüro hat die Bauverwaltung die Bauleitung bei der Rebberg-Erschliessung selber übernommen», sagte der FDP-Einwohnerrat. Dies sei keine Kernaufgabe der Bauverwaltung und belaste die Abteilung zusätzlich, ergänzte Geissmann, als es um die Stellenaufstockung der Bauverwaltung ging (az Aargauer Zeitung vom 28. August).

Gemeindeammann Walter Dubler reagierte überrascht und scharf auf die Kritik. Das Votum des FDP-Sprechers, der beruflich als Garagist tätig ist, sei unqualifiziert, sagte Dubler. Der Ammann ergänzte: «Das wäre, als würde ich etwas daherplaudern über die Allmend Garage.» Inhaltlich äusserte sich Dubler hingegen nicht zum Wechsel bei der Bauleitung am Rebberg. «Ich könnte ihnen erklären, was es damit auf sich hat, aber das gehört nicht hierher», sagte er. Dub- ler hielt einzig fest, auf der Baustelle werde planmässig weitergearbeitet.

«Unterschiedliche Auffassungen»
Bauverwalter Patrick Inglin sagt auf Nachfrage der az Aargauer Zeitung: «Es gab keinen Streit mit der externen Bauleitung.» Zwischen der Bauverwaltung und der WBM Waser Baumanagement & Co, die bisher die Bauarbeiten am Rebberg leitete, hätten «lediglich unterschiedliche Auffassungen bezüglich dem weiteren Vorgehen bei der Ausführung» bestanden, sagt Inglin.

Konkreter wird der Bauverwalter nicht, er erläutert allerdings: «Die Ingenieurfirma äusserte den Wunsch, die Bauleitung für das Erschliessungsprojekt Rebberg abzugeben.» Kurzfristig habe kein anderes Ingenieurbüro genügend Kapazität für die Bauleitung gehabt. «Deshalb musste die Bauverwaltung die Bauleitung übernehmen, um das Projekt voranzubringen», hält Inglin fest. Und er ergänzt: «Der Gemeinderat hat eine gründliche Lagebeurteilung vorgenommen und pragmatisch entschieden.»

Andere Projekte zurückgestellt
Inglin räumt ein: «Die Bauleitung bei grösseren Tiefbauprojekten ist grundsätzlich keine Kernaufgabe der Bauverwaltung.» Die Übernahme der Bauleitung sei aber möglich gewesen, «weil wir über einen kompetenten Ingenieur verfügen, welcher schon früher solche Projekte leitete». Die Bauleitung, die nun Reto Studer, Bereichsleiter Tiefbau, übernommen hat, führe bei der Bauverwaltung zu einer temporären Zusatzbelastung. «Einige vorgesehene Projekte mussten deshalb zeitlich zurückgestellt werden», hält Inglin fest.

Er betont aber: «Dank der raschen Übernahme der Bauleitung durch die Bauverwaltung konnte der Zeitplan eingehalten werden.» Dadurch seien keine Verzögerungen entstanden. Urs Waser, Geschäftsführer der WBM Waser Baumanagement & Co mit Sitz in Zufikon und Niederwil, will sich zum Wechsel bei der Bauleitung am Rebberg nicht äussern.

Abschluss für Mai 2013 geplant

Mit der neuen Wagenrainstrasse, die von der Steingasse her schlangenförmig über den Rebberg zur Hochwachtstrasse hinauf verläuft, erschliesst die Gemeinde ein attraktives Baugebiet. Der Gemeinderat verspricht sich längerfristig den Zuzug von guten Steuerzahlern, welche die Hanglage und die schöne Aussicht bis in die Alpen schätzen.

Der Spatenstich für die Erschliessung erfolgte am 20. Januar 2012, die Bauzeit dauert rund 16 Monate. «Falls keine unvorhergesehenen Probleme auftreten, sollten die Bauarbeiten im Mai 2013 abgeschlossen werden», ist auf der Website der Gemeinde nachzulesen. Insgesamt kostet das Projekt rund 7 Mio. Franken, davon trägt die Gemeinde rund 2,4 Millionen. Die ersten Pläne für die Erschliessung des Rebbergs stammen aus den 1970er-Jahren, seither waren insbesondere die finanziellen Beiträge der Anwohner immer wieder umstritten.