Bünzen

Wassertreter Alfred Strebel tritt zurück

Alfred Strebel

Alfred Strebel

Alfred Strebel aus Bünzen ist der personifizierte Kneipp-Verein Muri-Freiamt. Er ist seit 24 Jahren im Vorstand, 23 Jahre davon als Präsident. An der nächsten Generalversammlung wird er verabschiedet.

Die Obhut über «sein Kind», die Kneippanlage Chlostermatte in Bünzen, wird er aber beibehalten.

Auf diese Kneippanlage an der Bünz ist Alfred Strebel besonders stolz. «Sie wird von den Leuten regelmässig genutzt», stellt er immer wieder erfreut fest. Selbstverständlich auch von ihm. Ein Rückenleiden brachte ihn in den Kontakt mit der Philosophie von Pfarrer Sebastian Kneipp.

Die Methoden, vor allem die Wasseranwendungen, brachten Linderung und Genesung. «Kneippen», macht Strebel aber sofort klar, «ist mehr als Wassertreten oder kalte Güsse.» Lebensfreude, Ernährung, Bewegung, Wasser und Heilkräuter seien die fünf Säulen, die zu einer gesunden Lebensweise führen. «Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht einen Kneippguss mache», lacht Strebel, «das gehört einfach zu mir.»

Geholfen hat ihm diese Lebensweise auch, als er seiner erkrankten Tochter eine Niere spendete. Strebel ist überzeugt: Würden alle nach den Empfehlungen von Kneipp leben und so Krankheiten vorbeugen, würden die Krankenkassenprämien wohl nicht in diesem Ausmass steigen.

Länger als angenommen

Als er 1991 als Nachfolger von Alice Bissegger, Benzenschwil, zum Präsidenten des Kneipp-Vereins Muri und Umgebung, wie er damals noch hiess, gewählt wurde, sagte Strebel, er mache es dann sicher nicht so lange wie seine Vorgängerin. Diese war 13 Jahre im Amt. «Jetzt sind es fast doppelt so viele geworden», staunt er selber.

Er hat an 133 Vorstandssitzungen teilgenommen und 23 Generalversammlungen geleitet. Er war 10 Jahre im Zentralvorstand, ist Ehrenmitglied des Schweizer Kneipp-Verbandes und Götti beim Kneipp-Verein Fricktal. 2001 war er Organisator des internationalen Kneipp-Tages, der heute Kneipp-Gedenktag genannt wird.

Und er hat sich unermüdlich für den Freiämter Verein eingesetzt, Möglichkeiten für Armbäder entlang des Freiämter Weges initiiert, Sponsoren gesucht, Medien mit Informationen gefüttert und die Kneipp-Philosophie bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Leute gebracht. Er hat dafür viel Zeit aufgewendet. «Meine Frau Rita hat mir den Rücken frei gehalten», stellt er fest.

Für Zukunft bereit

Ursprünglich gelernter Schreiner, zwang ihn sein Rückenleiden in die Administration. Später arbeitete er in der Logistik. Jetzt ist er mit 65 Jahren pensioniert, und, das war für ihn der Grund, auch als Präsident des Kneipp-Vereins zurückzutreten.

«Eigentlich wollte ich schon früher aufhören», erklärt er, «aber andere im Vorstand kamen mir jeweils zuvor.» Jetzt ist die Zukunft aufgegleist, gut, wie Strebel findet. Er kann deshalb die Kommandobrücke des Vereinsschiffs beruhigt verlassen. In seiner neu gewonnenen Freizeit will er vermehrt in die Berge – «ich bin ein Naturmensch» –, sich dem Garten widmen und auch mehr Zeit seiner Frau und der Familie widmen. «So kann ich ihnen wieder etwas zurückgeben.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1