«Für eine dreiköpfige Familie in einer Vierzimmerwohnung steigen die Kosten für Trinkwasser dadurch um rund 41 Franken pro Jahr», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung von ibw und der Gemeinde Wohlen. Im Beispiel wird mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch besagter dreiköpfiger Familie von rund 170 Kubikmeter Wasser gerechnet.

Der neue Preis entspricht einer Zunahme von knapp 20%. Peter Lehmann, Vorsitzender der ibw-Geschäftsleitung, erklärt jedoch: «In Prozent klingt das nach sehr viel. In Franken macht das aber gar nicht so viel aus.» Für die erwähnte dreiköpfige Durchschnittsfamilie liegen die Trinkwasserkosten künftig bei 92 Rappen pro Tag. «Das entspricht einem neuen Literpreis von 0,2 Rappen und einer Erhöhung von 0,02 Rappen pro Liter.»

Verbraucher handeln ökologischer

Doch was sind die Gründe für den höheren Preis? Seit 1998 ist das Wasserversorgungsnetz der ibw um 9% auf 92,4 Kilometer Länge angewachsen. Auch hat die Anzahl der Wasserzähler um 20% zugenommen. Das bedeutet mehr Unterhaltsarbeiten für das grössere Netz. «Die ibw saniert jährlich Wasserleitungen auf einer Länge von rund 1300 Metern», so Lehmann weiter. Doch mehr Nutzer sollten doch auch entsprechend mehr Gewinn einbringen?

«Überraschenderweise ist das bei uns nicht der Fall. Der Wasserverbrauch in Wohlen ist seit 1998 beinahe gleich geblieben, obwohl die Bevölkerung seither um rund 20% zugenommen hat. Das zeigt, dass das Verantwortungsbewusstsein bei den Verbrauchern gestiegen ist.» Auch die wassersparenderen Geräte wie WC-Spülungen tragen zu diesem Resultat bei, fügt er hinzu.

Für die Umwelt gut, für die ibw weniger, denn «mit gleichgleichbleibenden Mitteln müssen wir heute ein immer grösseres Netz finanzieren sowie diverse Mehrkosten auffangen», sagt Lehmann. Denn auch die Konzessionsabgabe an den Kanton hat sich seit 1998 mehr als verdoppelt. «Die Wasserversorgung kann nicht mehr kostendeckend betrieben werden», fasst er zusammen. Die Kosten sollen nun verursachergerecht verteilt werden. Eine Quersubvention verbiete die Geschäftsphilosophie der ibw.

Löschschutz nicht mehr unterteilt

Doch das ist nur die eine Hälfte der Erklärung: Ab dem 1. Januar wird auch die für den Löschschutz notwendige Infrastruktur nicht mehr teilweise über die Gemeindesteuer, sondern vollumfänglich über die Wassergebühren finanziert. «Das ist absolut sinnvoll und verursachergerecht», findet auch der Wohler Vizeammann Paul Huwiler. «Denn Löschschutz, das sind nicht nur ein paar Hydranten, da gehört viel mehr dazu.» Über 600 Hydranten stehen im Versorgungsgebiet, dazu kommen 600'000 Liter Löschwasserreserven in den Reservoiren, ein für Löschwasser nötiger grösserer Rohrdurchmesser bei den Leitungen sowie deren Betrieb und Unterhalt.

Auch hier hat der Preisüberwacher sämtliche Punkte gutgeheissen und der Gemeinderat den Antrag der ibw genehmigt. Bisher wurden zwei Drittel des rund 700'000 Franken kostenden Löschschutzes über die Wassergebühr abgerechnet. Durch die neue Rechnung spart die Gemeinde 250'000 Franken an Steuergeldern.

Die Erdgaspreise steigen ebenfalls, jedoch «moderat» um rund 4%.