Wasserknappheit
Niederwil und Fischbach-Göslikon handeln: Ab sofort ist das Wässern von Gärten und das Füllen von Schwimmbassins verboten

Niederwil und Fischbach-Göslikon sind die ersten Gemeinden im Freiamt, welche den Wasserbezug für die Bevölkerung einschränken. Seit Freitag dürfen Gärten nicht mehr bewässert werden. Während Niederwil seinen Sportplatz noch sprengen darf, ist dies in Fischbach-Göslikon untersagt.

Nathalie Wolgensinger
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Der Niederwiler Sportplatz bildet die Ausnahme, er darf weiterhin bewässert werden.

Der Niederwiler Sportplatz bildet die Ausnahme, er darf weiterhin bewässert werden.

Melanie Burgener

Die Lage ist noch nicht dramatisch, aber doch angespannt: Der Grundwasserspiegel in den beiden Reusstaler Gemeinden konnte sich in den vergangenen Monaten nicht erholen und die Hitzeperiode sorgte dafür, dass deutlich mehr Wasser verbraucht wurde. Nun hat der Grundwasserspiegel einen besorgniserregenden Stand erreicht und die beiden Gemeinderäte mussten handeln. Am Freitag erliessen nun Niederwil und das benachbarte Fischbach-Göslikon die Einschränkung für den Wasserbezug.

Konkret bedeutet dies, dass ab sofort die Rasen und Gärten nicht mehr bewässert werden dürfen. Obst und Gemüse dürfen nur noch mit der Giesskanne bewässert werden.

Auch Schwimm- und Badebecken, damit sind auch Planschbecken für Kinder gemeint, dürfen nicht mehr gefüllt werden. Ebenfalls verboten ist es, Fahrzeuge und Plätze zu waschen.

Während der Sportplatz in Fischbach-Göslikon ebenfalls von dieser Einschränkung betroffen ist, gilt dies hingegen für das Niederwiler Pendant nicht. Dieser wird mit Wasser aus dem Grundwasservorkommen Riedmatte gewässert, das die Wasserversorgung der beiden Gemeinden nicht sicherstellen muss. In den beiden Gemeinden wurden auch die öffentlichen Brunnen abgestellt.

Eine Ausnahme gilt für Landwirte

Gemeindeammann Norbert Ender sagt: «Wir vertrauen darauf, dass die Bevölkerung diese Massnahmen umsetzt.» Mit diesen Einschränkungen trage man dazu bei, dass der Grundwasserspiegel nicht im selben Tempo sinkt, wie er dies bisher tat. Die Lage sei schon länger angespannt, ergänzt er.

Niederwils Gemeindeammann Norbert Ender.

Niederwils Gemeindeammann Norbert Ender.

zvg

Denn im Gegensatz zu den Vorjahren hätten sich die Wasserspeicher während der Wintermonate nicht erholen können und seien deshalb auch nicht angestiegen. Der trockene Frühling trug ebenfalls nicht zu einer Verbesserung bei. Diese Vorschrift gilt auch für die Landwirte. Ender sagt:

«Ausnahme sind Felder, die kurz vor der Ernte stehen. Sie dürfen noch gewässert werden.»

Die Einschränkungen gelten bis auf Widerruf.