Dottikon

Was ist zu tun, wenn das Schulhaus brennt?

Das Löschwasserbecken steht schon, die Rettungsleiter naht.

Das Löschwasserbecken steht schon, die Rettungsleiter naht.

An der Feuerwehrhauptübung zeigten die Feuerwehrmänner und -frauen im Schulhaus, wie schnell es im Ernstfall gehen muss.

Kurz nach 14 Uhr, aus der Ferne sind Feuerwehrsirenen zu hören, und sie werden immer lauter. Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr sind auf dem Weg zum Dottiker Schulhaus Hübel. Im Keller ist ein Brand ausgebrochen, der Schüler und Lehrer bedroht. Aus den Fenstern in den oberen zwei Stockwerken winken die Kinder. Sie winken aber nicht um Hilfe – sondern zu ihren Mamis und Papis, die zusammen mit rund 100 anderen Zuschauern gespannt die Hauptübung der Feuerwehr Wohlen/Dottikon verfolgen.

Kaum angekommen werden die Schläuche ausgerollt, Leitern aufgestellt und Löschwasserbecken gefüllt. Marcel Christen, Kommandant der Feuerwehr Wohlen-Dottikon leitete durch die gesamte Übung und erklärte dem Publikum über Lautsprecher laufend die vorgenommenen Rettungsmassnahmen.

Kommandos werden weniger

Mit den Leitern wurden die freiwilligen Opfer auf drei Seiten des Schulhauses herausgeholt und ins Sanitäterzelt gebracht. Nach einer Dreiviertelstunde waren alle 32 eingeschlossenen Personen aus dem Gebäude gerettet, was gleichzeitig das Ende der Übung bedeutete.

Das Fazit der Hauptübung fiel positiv aus. Jeder Trupp bewältigte seine Aufgaben bis auf einzelne kleine Fehler tadellos. Dabei war es die erste Übung der Feuerwehr Wohlen/Dottikon, bei der man mit einer neuen Vorgehensweise arbeitete. Sie setzt weniger Kommandos voraus, wodurch jeder einzelne Feuerwehrmann eine höhere Selbstverantwortung übernehmen muss.

«Wir haben das neue System ein Jahr lang geübt und ich bin sehr zufrieden, wie es an der Hauptübung umgesetzt wurde», sagt Marcel Christen.

Durchschnittliches Jahr

Christen schaut positiv auf das letzte Jahr zurück. «Grundsätzlich war es ein durchschnittliches Jahr mit keinem Grosseinsatz.» Man hatte 106 Einsätze, von denen der Zugbrand in Wohlen Anfang September mit dem meisten Aufwand verbunden war.

Nächstes Jahr bekommt die Feuerwehr eine neue, hochmoderne Drehleiter, da die alte schon 25 Jahre auf dem Buckel hat. Die Neue hat eine Nutzlast von 400 Kilogramm und soll mit ihrer fortschrittlicheren Technologie bei der Rettung mehr Zeit einsparen. Er freue sich schon sehr darauf, die Leiter an der nächsten Hauptübung präsentieren zu können, erzählt Christen.

Momentan besteht die Feuerwehr Wohlen-Dottikon aus 109 Mann, einen mehr als der vorgeschriebene Pflichtbestand. «Wir sind momentan in einer sehr glücklichen Lage und haben immer wieder neue junge Leute, die bei uns einsteigen», so Christen.

Da es aber auch laufend zu Abgängen kommt, werden in Wohlen und Dottikon regelmässig Rekrutierungsabende durchgeführt. Der nächste findet am 29. Oktober, 8 Uhr im Feuerwehrmagazin Wohlen statt. Der Kommandant freut sich in erster Linie auf Teilnehmer zwischen 20 und 35 Jahren.

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