«Fräulein Rosarot» steht in zierlichen Goldlettern auf der Etikette des bunten Täschchens, das sich neben Dutzenden weiteren Accessoires auf dem mit Nähutensilien überhäuften Tisch drängt. Den Künstlernamen hat sich Stefanie Gehrig aus Dottikon selber ausgesucht. «Er verkörpert für mich Fröhlichkeit und Verspieltheit», begründet die 24-Jährige ihren Entscheid.

Der Name passt zu Gehrig und ihren Prunkstückchen. Aus Stoffen verschiedenster Muster und Farben näht die Grafikstudentin seit zwei Jahren Accessoires jeglicher Art, besucht Märkte in Baden und kann ihre Werke inzwischen sogar verkaufen. «Vor allem von Taschen und Schals kann ich nicht genug bekommen», sagt sie und lacht. Die Kollektionen stapeln sich bereits im «Nähatelier», das Gehrig in einem kleinen Zimmer ihres Elternhauses eingerichtet hat. Nähmaschine, Nadelkissen, Faden und Massband - alles ist da, was in solch ein Atelier gehört.

Kleine Tagesaufsteller

Gehrigs Accessoires müssen vor allem eins sein - farbenfroh. «Schwarze und graue Stoffe verwende ich selten», sagt die kreative Studentin. «Meine Accessoires sollen kleine Aufsteller sein, die einem den Tag versüssen.» Das Nähen ist für Gehrig eine Leidenschaft, bereits in der Oberstufe hat sie eigene Kleider angefertigt. «Während der Ausbildung zur Polygrafin ging das Hobby etwas unter», erinnert sie sich. «Nach der Lehre hatte ich aber Zeit, meine Leidenschaft aufzufrischen».

Während anfangs vor allem Freunde die bunten Täschchen gekauft haben, sind es nun vermehrt Fremde, die über die Website eines der handgefertigten Unikate bestellen. Auch die Loops - bunte Schals, jeder ein Einzelstück - sind zum Geheimtipp avanciert. Momentan hat Gehrig mit Studium und Nähen alle Hände voll zu tun. Sie ist froh, dabei auf Unterstützung zählen zu können. «Ohne meine Familie, Freunde und meinen Freund hätte ich das kaum bewerkstelligen können», ist sie sich bewusst. Ob sie die Schneiderei nach dem Studium ausbauen möchte? «Momentan ist alles offen», sagt Gehrig und erwähnt einen weiteren kleinen Erfolg: «Ich freue mich zuerst auf meine Ausstellung im September.»

Dann möchte sie auch Zeit für die Märkte finden. «Vor allem in Baden habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht», erinnert sie sich. Der Umsatz steht nicht im Vordergrund, vielmehr sei jeder Kauf eine kleine Bestätigung, dass die Arbeit gut ankomme, so Gehrig. «Mir bedeutet jeder Kauf sehr viel», sagt sie. «Es hat sich ein kleiner Traum erfüllt.»

Ausstellung in der Bossartschüür in Windisch, am 4. September 2011 www.fraeuleinrosarot.ch.