Wurde jemand schon einmal so wütend, dass er Ihnen keine Fragen mehr beantworten wollte? Worüber schreiben Sie am Liebsten? Gibt es manchmal Streit, wer über ein bestimmtes Thema schreiben darf? Welche Promis durften Sie schon interviewen und wie viel Zeit bleibt einem Journalisten eigentlich, um einen Artikel zu schreiben? Die rund 60 Sekschülerinnen und Schüler aus Niederwil haben viele Fragen an den Redaktor der Aargauer Zeitung. Schliesslich müssen sie in der Schule bald selbst einen Zeitungsartikel schreiben – da ist man um Tipps froh.

«Was mache ich, wenn ich eine Schreibblockade habe, oder nicht weiss, wie ich beginnen soll?», möchte man vom Journalisten wissen. «Sag’s Mami», heisst der unter Redaktoren bekannte Trick: Sich vorzustellen, nach Hause zu kommen und seiner Mutter zu erzählen, was man erlebt hat – dann beginnt man automatisch mit dem Wichtigsten.

Den Freitagmorgen nutzen die Schüler, um zu erfahren, wie man Journalist wird, was es dafür für Voraussetzungen braucht, und wie eine Zeitung entsteht.

Gute und schlechte Beispiele

Äusserst aufmerksam hören die Jugendlichen zu und wissen auch, was die Merkmale eines guten Artikels sind – ein spannendes, aktuelles Thema, ein gutes Bild, ein ansprechender Titel. Apropos Titel: Die Schülerinnen und Schüler bekommen verschiedene gute und weniger gute Beispiele vorgelesen, um zu sehen, welche sie behalten können. «Der Lohn bleibt ein heisses Eisen» wird als erster genannt, obwohl er eigentlich als schlechtes Beispiel herhalten sollte: «bleibt» signalisiert dem Leser, das nichts passiert ist. Mit den restlichen Beispielen gelingt aber das Experiment: «Boxen ist besser als Prügeln» und «Biberstein bibbert um Biberbauten» bleiben fast dem ganzen Publikum präsent.

Auch die Schattenseiten bleiben nicht verborgen: «Was gefällt Ihnen nicht, über welches Thema schreiben Sie ungern?», möchte man nach der anderthalbstündigen Lobeshymne auf den Journalismus auch noch wissen. Dass manche Gemeindeversammlungen, an denen sich die Diskussionen lange hinziehen, für einen Journalisten kein Höhepunkt im Tagesprogramm sind, leuchtet den Zuhörern ein.

Jetzt geht es für die Schüler ans Eingemachte: Sie werden einem Ressort zugeteilt und müssen dann ein Thema finden, über das sie schreiben wollen. Der Einblick in den Berufsalltag eines Journalisten soll ihnen dabei zusätzliche Motivation geben – auf das Resultat darf man gespannt sein.