Wohin mit dem Telefon? Darf die Ehefrau es sehen? Oder muss der Ehemann es verstecken – und wenn ja, wo? Es ist schön, zwischen all den banalen Alltagsfragen auch einmal das wirklich Wichtige zu besprechen. Doch nicht nur die Diskussion ums Telefon bringt die Theatergruppe Widen zum Lachen. Schaut man auf den Probeplan, erkennt man, dass es genau darum geht: Das Thema lautet «Pointen setzen».

An ihrem Probewochenende übt die Theatergruppe das Stück «Rente gut – alles gut», geschrieben von Michael Cooney, bearbeitet von Erwin Britschgi. Es handelt von einem unbescholtenen Angestellten, dessen arbeitsloser Untermieter nach Kanada auswandert. Bald wird auch der Angestellte arbeitslos. Welch Segen, als er merkt, dass das Amt das Arbeitslosengeld für seinen Untermieter weiter zahlt. Da kommt ihm eine brillante Idee: Er erfindet weitere hilfsbedürftige Personen, die scheinbar alle bei ihm wohnen. Das Chaos eskaliert, als plötzlich ein Beamter des Sozialamtes vor der Tür steht.

Stück lief zweimal im Freiamt

Mit «Rente gut – alles gut» erfüllen die Theaterleute den Wunsch ihrer Zuschauer: «Das Publikum hat sich etwas zum Tränenlachen gewünscht, also zeigen wir dieses Jahr einen richtigen Schwank», so Regisseurin Katrin Hunziker. Vielleicht ist es dem einen oder anderen Theaterfreund aufgefallen: Die Wider sind nicht die Ersten, die dieses Stück gewählt haben in diesem Jahr. Wie der Zufall es will, hat es das Theater Besenbüren bereits im Januar aufgeführt. «Das erfuhren wir vom Verlag, bei dem wir das Stück buchen», sagt die Regisseurin, «aber Besenbüren hat ein anderes Einzugsgebiet als wir, deswegen ist es kein Problem.» Von der Wider Theatergruppe habe sich niemand das Stück in Besenbüren angeschaut: «Es ist schwierig, danach unvoreingenommen an so ein Projekt heranzugehen», erklärt die Regisseurin. 2016 sei es andersherum gelaufen: Nach den eigenen Aufführungen hat sich die Theatergruppe Widen «ihr» Stück «Laras Plan» in Seon angeschaut.

Theater trotz Grippe

Seit September wird eifrig geprobt. «Die Probewochenenden sind Gold wert, die bringen mehr als zwei Proben pro Woche.» Im März sei das nächste geplant, gut zwei Wochen vor der Premiere. Dabei betont Hunziker das grosse Engagement aller Beteiligten. Im Hintergrund wirken ausserdem viele Helfer mit für Kostüme, Bühnenbild, Schminke und vieles mehr.

«Eine Herausforderung ist die momentane Grippewelle», fügt die Regisseurin hinzu, «da fallen oft Schauspieler bei den Proben aus, und wir müssen uns etwas einfallen lassen.» Dieses Wochenende sind zwei Schauspielerinnen gesundheitlich angeschlagen. «Die beiden sind trotzdem hier, das ist Einsatz», meint Regie-Coach Peter Locher. Es unterstreicht die Worte Hunzikers: «Wir sind mit Leidenschaft und Spielfreude dabei.»

Aufführungen 31. März, 1., 2., 7. und 8. April. Vorverkaufsbeginn am 6. März. Mehr Infos unter www.theater-widen.ch