Walter Dubler, der im Dezember 2016 vom Regierungsrat seines Amtes enthobene ehemalige Wohler Gemeindeammann, erhält von der Gemeinde Wohlen 46'887 Franken. Es gehe um Sitzungsgelder aus Ämtern, die Dubler neben seiner Tätigkeit als Gemeindeammann ausgeübt habe, hat der amtierende Gemeindeammann Arsène Perroud ausgeführt.

Mehr könne er dazu im Moment nicht sagen, verwies er auf die Einwohnerratssitzung vom 10. Dezember, an welcher der Gemeinderat detailliert informieren werde.

BDWM-Verwaltungsratshonorar

Um was für Geld es geht, liegt allerdings auf der Hand. Bei der im besagten Artikel von Perroud erwähnten Bruttoforderung von 60'588 Franken, die übrigens auch im Wohler Budget als Eventualforderung von Walter Dubler offen ausgewiesen ist, handelt es sich um einen Teil der Verwaltungshonorare aus Dublers Verwaltungsratsmandat bei der vormaligen BDWM Transport AG (heute: Aargau Verkehr).

Dubler ist 2001 vom Gemeinderat in dieses Gremium delegiert worden und hatte ihm bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2015 angehört. Laut Reglement der Gemeinde Wohlen hätte er dieser seine Einkünfte aus dem Mandat in vollem Umfang abliefern müssen. Zumindest bis 2010. Dann gab es bei der BDWM Transport AG eine Statutenänderung. Ab diesem Zeitpunkt war Walter Dubler im Verwaltungsrat nicht mehr Vertreter der Gemeinde Wohlen, vielmehr handelte es sich jetzt um ein privates Mandat. Und die Entschädigung dafür musste er nicht mehr abliefern. Sagt zumindest ein Gutachten, welches der Gemeinderat Wohlen 2015 beim Badener Juristen Michael Merker in Auftrag gegeben hat.

Die Forderung von 60'588 Franken, beziehungsweise 60'587 Franken und 50 Rappen, betrifft jenen Teil der Verwaltungsratshonorare, die Dubler von 2010 bis 2015 der Gemeinde Wohlen abgeliefert hat, obwohl er sie laut Merkers Gutachten nicht hätte abliefern müssen. Die entsprechende Rückforderung hatte Dublers Anwalt Christian Bär bereits an der Verhandlung vor Bezirksgericht Zurzach angetönt und sie später offiziell gestellt. Im Herbst 2016 wurde Wohlen von Dubler sogar über den genannten Betrag betrieben. Jetzt hat man sich offenbar gefunden und auf eine Teilrückzahlung von 46'887 Franken geeinigt.

Noch zwei Vorstösse offen

Wie sich dieser Betrag zusammensetzt, darüber will der Gemeinderat an der Einwohnerratssitzung vom 10. Dezember informieren und damit die Affäre Dubler definitiv abschliessen.

Dazu gehört allerdings dann auch noch die Beantwortung von zwei hängigen Vorstössen in der Sache. Der erste kommt von Jean-Pierre Gallati (SVP). Er hat dem Gemeinderat verschiedene Fragen gestellt in Zusammenhang mit der Rückerstattung von Entschädigungen, die Dubler für Nebenämter bezogen hat. Offen ist weiter auch eine Anfrage von Harry Lütolf (CVP). Er will wissen, was die Affäre Dubler die Gemeinde Wohlen insgesamt gekostet hat.