Frauenverband

Warum die Initiative von den Frauen aus ging

Vertreterinnen vom Frauenbund, der Frauengemeinschaft und die Referentin (von links): Jolanda Wüstner Mendoza, Beatrice Hausherr-Julier, Brigitte Glur, Beatrice Hausherr-Julier und Theres Honegger.  kob

Vertreterinnen vom Frauenbund, der Frauengemeinschaft und die Referentin (von links): Jolanda Wüstner Mendoza, Beatrice Hausherr-Julier, Brigitte Glur, Beatrice Hausherr-Julier und Theres Honegger. kob

Der Aargauische Katholische Frauenverband (AKF) feierte vorzeitig den Start ins Jubiläumsjahr im Pfarreizentrum Bremgarten. Dabei gibt es ein Referat zur Geschichte des Frauenbundes zum Start ins Jubiläumsjahr.

Brigitte Glur hat in ihrer Dissertation die Geschichte des Frauenbundes unter die Lupe genommen und dabei dem Kanton Aargau und insbesondere den Vereinen im Freiamt ihre Aufmerksamkeit geschenkt.

Bremgarten früh mit Mütterverein

In der Entstehungsgeschichte von katholischen Frauenvereinen im Kanton Aargau gab es zwei Phasen, wie Glur erläuterte. «Die erste Phase umfasst die Vereinsgründungen in den 1870er-Jahren, die zweite Phase die Zeit vor und nach der Gründung des Schweizerischen und Aargauischen Katholischen Frauenbundes.» Bremgarten war deshalb auch ein geeigneter Ort, um das Jubiläumsjahr zu starten – zählt doch der Katholische Mütterverein Bremgarten zur ersten «Gründungswelle».

«Bemerkenswert ist, dass in Bremgarten 1879 einige Frauen mit der Bitte einer Müttervereinsgründung an den zuständigen Seelsorger gelangten – die Initiative wurde also von den Frauen ergriffen», so die Theologin und Primarlehrerin. Ausserdem machten die Mütter Werbung für ihren Verein und motivierten weitere Frauen zum Beitritt.

100 Jahre AKF

Wenn auch der Mütterverein ein Schritt in Richtung Emanzipation war, hatten in dieser Zeit die Männer noch einen grossen Einfluss. So eröffnete der Ortspfarrer als «geistlicher Direktor» die Versammlungen jeweils mit einem Gebet und hielt meist einen Vortrag über die mütterlichen Pflichten. An einer Versammlung im Jahr 1882 wurden die Mütter von im gerügt wegen des nachlässigen Besuchs der Versammlungen und in Bezug auf die Kinder: Diese würden zu spät ins Bett gebracht, besuchten den Gottesdienst unregelmässig, würden kurze und unanständige Kleidung tragen und einzelne besuchten sogar den Tanzunterricht.

Der AKF wurde im Jahr 1912 gegründet und feiert damit im nächsten Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Der Startschuss fiel bereits jetzt, mit einem Apéro und musikalischen Einlagen von Irma Martin wurde der Vortrag festlich umrahmt. «Wir sind auf sie alle angewiesen», sagte Beatrice Hausherr-Julier, Co-Präsidentin des AKF. Auf Rosenblättern aus Papier konnten die Frauen ihre Visionen und Wünsche aufschreiben, die sie mit dem Frauenbund verbinden. «Mit ihren Wünschen kann der AKF auch in Zukunft weiterblühen», sagte Hausherr-Julier.

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