Buttwil

Warum die elf Jungfern auf dem Lindenberg ihr Leben lassen mussten

Martin Köchli erzählt, wie laut Sage die Quelle des Elfjungfernbrunnens entstanden ist.

Martin Köchli erzählt, wie laut Sage die Quelle des Elfjungfernbrunnens entstanden ist.

Der rote Wyssenbacher mordete laut Sage auf dem Lindenberg, weil er von seinem grausigen Aussatz geheilt werden wollte. Doch die Müllerstochter konnte sich ihm widersetzen.

Es ist beinahe ein wenig gespenstisch auf der Lichtung im Wald oberhalb des Restaurants Guggibad auf dem Lindenberg.

Dort steht der Elfjungfernbrunnen. Davor hat es eine Feuerstelle und Bänke.

Auf dem Brunnen ist ein Glas, in dem sich Wachs einer erloschenen Kerze befindet. So, als hätte jemand den elf Jungfrauen gedacht, die hier laut Sage ihr Leben lassen mussten.

Martin Köchli erinnert sich: «Als ich jung war, wurde die Sage eher unter dem Deckel gehalten, man wollte die Gegend nicht mit einem Bösewicht in Verbindung bringen.»

Köchli ist Bauer und wohnt in Weissenbach bei Buttwil.

Dort ist er auch aufgewachsen, im Haus der ehemaligen Mühle.

Noch heute existiert der Keller, noch immer ist die Stelle zu sehen, wo die Achse des Wasserrads die Mauer durchbohrte. Die Müllers- tochter ist ein wichtiger Teil in der Sage vom roten Wyssenbacher.

Vom bösen Geist verführt

Demnach soll ein reicher Mann vom Aussatz befallen worden sein, weil er ein ausschweifendes Leben führte.

Er zog sich in die Wälder zurück, dort begegnete ihm der böse Geist. Dieser sagte ihm, wenn er geheilt werden wolle, müsse er im Blut von zwölf Jungfrauen baden.

Der Aussätzige brachte darauf elf Jungfrauen um, die nach Hitzkirch pilgern wollten. Laut Sage habe er sie danach an einem tief herabhängenden Eichenast aufgehängt.

«Dies zeigt die Sehnsucht nach der Schönheit und dem Reinen», sagt Köchli. Denn der Reiche habe sich vom bösen Geist zur Tat verführen lassen.

Um gesund zu werden, brauchte der kranke Mann noch eine Jungfrau. So lockte er die Müllerstochter zu sich und ritt mit der Jungfrau davon, die um Hilfe rief.

Einzig ihre Mutter hörte das Flehen ihrer Tochter. Diese betete danach, ihr Sohn, der auf der Jagd im Schlattwald war, möge die Tochter hören.

«Der Sohn hat dann die Rufe seiner Schwester gehört und ist zu ihr geritten», erzählt Köchli, «doch danach hat er sich auf dasselbe Niveau heruntergelassen.»

Denn der Bruder band den Aussätzigen mit einem Seil am Sattel seines Pferdes fest und schleifte ihn durch den Wald zu Tode. Die Müllerstochter konnte er retten.

«Er wollte Böses mit Bösem vergelten», sagt Köchli. Der Biobauer zweifelt beim Erzählen, ob dies die richtige Lösung war.

Quellwasser mit Heilkraft

Unter der Eiche wurden die elf Jungfrauen begraben. Und am selben Ort soll die Quelle des Elfjungfernbrunnens entsprungen sein. «Dem Wasser wurde danach eine Heilkraft zugesprochen», sagt Köchli.

Auch beim Restaurant Guggibad entspringt eine Quelle, deren Wasser eine heilende Wirkung haben soll. Das «Guggi-Quellwasser» kann noch heute im Restaurant bestellt werden.

Man sagt, der rote Wyssenbacher jage bei schlechtem Wetter noch immer auf dem Lindenberg im Wald herum.

Und Köchli erzählt von einem Erlebnis: «Vor ein paar Tagen bin ich mit meinem Pferd plötzlich in ein Unwetter geraten, es hagelte, und ich dachte, der rote Wyssenbacher müsse jeden Moment um die Ecke kommen.» Doch gesehen hat er ihn nicht.

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