Wohlen
Warmes Wetter hielt die Gas-Rechnung tief

Im wärmsten Jahr seit 1864 verkaufte die IB Wohlen AG weniger Erdgas, aber mehr Strom und Trinkwasser.

JÖRG BAUMANN
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Wegen warmem Winter: Geringerer Erdgasabsatz der IB Wohlen. (Symbolbild)

Wegen warmem Winter: Geringerer Erdgasabsatz der IB Wohlen. (Symbolbild)

Aargauer Zeitung

Bevor die ad hoc zusammengestellte Central Street Marching Band die traditionelle IBW-Jazznight eröffnete, bedienten die Verantwortlichen der IB Wohlen AG die Kunden am Event «ibw persönlich» mit den Daten des letzten Geschäftsjahres.

Der Erdgasumsatz sank 2014 um 12 Prozent auf 125,8 Mio. kWh, der Stromabsatz stieg um 0,3 Prozent auf 75,3 Mio. kWh und der Trinkwasserverbrauch um 6 Prozent auf 1,37 Mio. Kubikmeter, teilte Verwaltungsratspräsident Hanspeter Weisshaupt mit. Der tiefere Energieabsatz konnte mit einem um 20 Prozent gesteigerten Ertrag im Geschäftsfeld Dienstleistungen wettgemacht werden.

Eine Million Dividende

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen lag mit 5,61 Mio. Franken leicht über dem Vorjahr. Der konsolidierte Jahresumsatz betrug 36,8 Mio. Franken und blieb stabil. Wegen den höheren Abschreibungen von 8,1 Mio. Franken sank das Jahresergebnis um 20 Prozent auf 1,6 Mio. Franken. Trotzdem kassierte die Gemeinde Wohlen als Eigentümerin der IB Wohlen noch eine Dividende von 1,06 Mio. Franken. Das Unternehmen erteilte dem Wohler Gewerbe Aufträge für 4,7 Mio. Franken.

Laut Weisshaupt ist das energiepolitische Umfeld einem starken Wandel ausgesetzt. Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 erscheine aus heutiger Sicht unklar, sagte der Verwaltungsratspräsident. Die IB Wohlen AG halte trotzdem am Ziel fest, bis 2020 in Wohlen drei Quadratmeter Dachfläche pro Einwohner für Solarenergie zu nutzen und den Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix auf 20 Prozent (heute: 8,3 Prozent) zu erhöhen. Nach einem fulminanten Wasserspiel, das die Jugendband «Crazy Hoppers» geschickt begleitete, informierte CEO Peter Lehmann die Kunden darüber, dass das in der Region gewonnene Wohler Trinkwasser (82 Prozent Grundwasser und 18 Prozent Quellwasser) ausreichend vorhanden und erst noch gesund sei. Ein Drittel der 1155 Mio. verbrauchten Liter Wasser gehe aber allein für die Toilettenspülung drauf. In den Reservoiren können 7,5 Mio. Liter Wasser gespeichert werden, was für zweieinhalb Tage reicht.

Regionaler Verbund geplant

Die IB Wohlen können auch sieben Gemeinden in der Region mit Trinkwasser versorgen. Das Projekt für eine grosse regionale Wasserversorgung im Bünz- und Reusstal ist aufgegleist. Erste Ergebnisse der Studie erwartet Lehmann anfangs 2016. Am 29. August lädt die IB Wohlen AG die Bevölkerung auf den Niesenberg ein, wo die die Brunnenstube und das Wasserreservoir besichtigt werden können. Dann war der Weg frei für dritte Jazznight mit zwölf Formationen, die in sechs Restaurants die Besucher bei bester Laune unterhielten.