Wohlen
Walter Dubler verzichtet auf Beschwerde gegen Absetzung – und kritisiert Aargauer Regierung

Walter Dubler geht nicht gegen den Entscheid vor, ihn als Wohler Ammann des Amtes zu entheben. Nichtsdestotrotz spricht er von einer überraschenden Kehrtwende, welche der Aargauer Regierungsrat mit seinem Entscheid vollzogen habe.

Drucken
Teilen
Walter Dubler, hier auf dem Weg zur erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung am Bezirksgericht Zurzach.

Walter Dubler, hier auf dem Weg zur erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung am Bezirksgericht Zurzach.

Chris Iseli

Mitte Dezember hatte der Aargauer Regierungsrat Walter Dubler als Wohler Ammann auf den 1. März 2017 entlassen. Er sah keine Vertrauensbasis mehr für eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Nun teilt Dubler in einer persönlichen Stellungnahme mit, dass er darauf verzichtet, diesen Entscheid an das Aargauer Verwaltungsgericht mit einer Beschwerde weiterzuziehen. Dubler war bereits am 11. November 2015 von der Aargauer Regierung von seinem Amt suspendiert worden.

Er begründet das damit, dass Monate, vielleicht sogar Jahre verstreichen würden, bis ein rechtskräftiger Entscheid vorliegen würde. "Im letzten Jahr der Amtsperiode einen entsprechenden Aufwand zu betreiben, macht keinen Sinn und dient niemandem."

"Überraschende Kehrtwende"

Dubler kritisiert den Entscheid des Aargauer Regierungsrats deutlich. Bei seiner Suspendierung sei betont worden, so schreibt er, "dass erst nach rechtskräftiger Erledigung des Strafverfahrens über eine Entlassung aus dem Amt entschieden werden kann, weil sonst die Unschuldsvermutung verletzt würde". Dass der Regierungsrat bei der Amtsenthebung "von seiner Haltung abgewichen" sei, sei eine "überraschende Kehrtwende".

Dubler war vom Aargauer Obergericht wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung verurteilt worden. Gegen diesen Entscheid hat er eine Beschwerde vor Bundesgericht eingereicht. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Walter Dubler bedauert es sehr, dass der Regierungsrat ihn, nicht wie ersucht, persönlich angehört habe. "Die Gelegenheit, um die ausserordentliche Situation zu besprechen und eine Lösung zu finden, wurde verpasst."

Dubler hält fest, dass er sich im Fall eines Schuldspruchs des Bundesgerichts vorbehalten hätte, als Gemeindeammann zurückzutreten.

Von Unschuld überzeugt

Zum Schluss seiner Stellungnahme dankt er seiner Familie, seinem Anwalt Christian Bär sowie Freunden und Bekannten, die ihn "in dieser schwierigen Zeit" unterstützt hätten. Dabei wird auch deutlich, dass er nach wie vor überzeugt ist, unschuldig zu sein. Aufgrund des "grossen Vertrauens", das er als Ammann gespürt habe, hoffe er, "dass viele Menschen meine Person auch in Zukunft nicht auf die mir vorgeworfenen Fehler reduzieren". (pz)

Walter Dublers Begründung im Wortlaut.

Aktuelle Nachrichten