Wechsel

Waltenschwiler FDPler mit politischem Gespür

Anna Wartmann übernimmt die Führung der Aargauer Jungfreisinnigen von Yatin L. Shah.

Anna Wartmann übernimmt die Führung der Aargauer Jungfreisinnigen von Yatin L. Shah.

Der Präsident der Jungfreisinnigen Aargau gibt sein Amt an seine Nachfolgerin Anna Wartmann ab. Seine berufliche Zukunft sieht er in der Industrie und vielleicht im Grossrat, zuerst muss er jedoch noch im Militär den Grad des Hauptmanns abverdienen.

Bei den Aargauer Jungfreisinnigen kommt es zu einem Wechsel: Der 25-jährige Parteipräsident und Wirtschaftsstudent Yatin L. Shah aus Waltenschwil übergab am Parteitag in Wohlen nach 26 Monaten sein Amt an Anna Wartmann aus Aarau. Shahs Nachfolgerin wirkt zurzeit als politische Mitarbeiterin des Zürcher FDP-Nationalrates Ruedi Noser.

Das Vaterland ruft

Shah hätte seine Partei 2015 gerne in den Nationalratswahlkampf geführt und sich auf die Liste setzen lassen. Doch seine Bürgerpflicht kommt ihm in die Quere: «Das ist nicht möglich: Ich bin nächstes Jahr lange im Militärdienst und verdiene den ‹Kadi›, den Grad des Hauptmanns, ab», sagt er. «Aber die 26 Monate als Parteipräsident waren spannend und lehrreich. Die Jungfreisinnigen haben genug Drive für die eidgenössischen Wahlen und können der FDP Aargau sicher dabei helfen, dass sie erfolgreich abschneidet.»

Die Jungfreisinnigen seien im Aargau die stärkste Nachwuchspartei. Sie hätten mitgeholfen, die 1:12-Initiative, die Mindestlohninitiative und die Einheitskasse, «alles schädliche Instrumente aus der sozialistischen Mottenkiste», zu bodigen, teilt Shah in einem persönlichen Memorandum mit.

Die Partei setze sich zudem für eine starke Europapolitik ein. Auf kantonaler Ebene sei es gelungen, die «Juso-Entblössungsinitiative» abzublocken. Mit der Staatskundeinitiative will sich die Jungpartei im Aargau weiter profilieren. Sie kommt laut Shah 2015 zur Abstimmung. Shah, Sohn einer Innerschweizerin und eines Inders, ist in Waltenschwil aufgewachsen.

«Ich habe mich schon in der Schule für die Politik interessiert», berichtet er. Mit 17 nahm er an der Schweizer Jugendsession teil, mit 18 trat er der Jungfreisinnigen Partei bei und mit 20 übernahm er das Präsidium der Jungfreisinnigen Partei Freiamt – ein Amt, das er vorläufig auch nach dem Rücktritt als kantonaler Parteipräsident behalten will.

Nach dem Abschluss des Wirtschaftsstudiums möchte Shah seine berufliche Karriere in der Industrie starten. «Ich denke, dass es etwa in zwei Jahren so weit sein wird.» 2016 finden im Aargau die Grossratswahlen statt. «Ich möchte für das Parlament kandidieren – wir werden sehen», sagt er.

Dreimal Nein zu Initiativen

Am Parteitag gaben die Jungfreisinnigen nach engagierten Referaten von SVP-Grossrat und Einwohnerrat Jean-Pierre Gallati (Wohlen) gegen die Initiative für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung, von Anna Wartmann, Shahs Nachfolgerin aus Aarau, gegen die Ecopop-Initiative und von Matthias Müller (Merenschwand), Student an der HSG, gegen die Goldinitiative dreimal einstimmig die Neinparole heraus. Die Nachwuchspartei wolle weiterhin die Fahne des Liberalismus hochhalten und für die Freiheit kämpfen, sagt Shah.

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