Waltenschwil
Aus dem Unter- wird das Erdgeschoss: Gemeindekanzlei soll ins ehemalige Feuerwehrmagazin ziehen

Für 2,475 Mio. Franken soll das Waltenschwiler Gemeindehaus saniert und erweitert werden. Das leerstehende Feuerwehrlokal im UG des Gemeindehauses soll in neue Büroräume verwandelt werden. Am 23. November stimmt das Stimmvolk darüber ab.

Pascal Bruhin
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In das leerstehende Feuerwehrmagazin soll die Gemeindekanzlei. Gemeindeammann Simon Zubler (links) und Gemeindeschreiber Frank Koch sind überzeugt von der Idee.

In das leerstehende Feuerwehrmagazin soll die Gemeindekanzlei. Gemeindeammann Simon Zubler (links) und Gemeindeschreiber Frank Koch sind überzeugt von der Idee.

Pascal Bruhin

Der Waltenschwiler Gemeindeschreiber Frank Koch muss wohl bald seine Sachen packen. Zumindest, wenn es nach dem Gemeinderat geht. Nicht, weil er etwa vorzeitig pensioniert würde, sondern weil das Gemeindehaus saniert und gleichzeitig umgenutzt werden soll. Sein Büro wird Koch künftig im Keller haben.

Am späten Mittwochnachmittag informierten Koch und Gemeindeammann Simon Zubler die Lokalmedien über die Traktanden der anstehenden Einwohner- und Ortsbürgerversammlungen am 23. respektive 21. November. Zu reden geben dürfte dabei vor allem der Verpflichtungskredit über 2,475 Mio. Franken für die Erweiterung und Sanierung des Gemeindehauses.

Das Gebäude mit Baujahr 1968 wird derzeit zweistöckig genutzt: Erdgeschoss und erstes Obergeschoss. Nun soll die Gemeindekanzlei ins Untergeschoss ziehen. Wer sich nun einen modrigen Keller ohne Fester vorstellt, der irrt. Dort befindet sich nämlich das Feuerwehrmagazin. Seit 2019 steht es leer, nachdem die Feuerwehr in den Neubau an der Titlisstrasse gezogen ist.

Bis auf einen Anhänger des Werkhofs ist das ehemalige Feuerwehrmagazin leer.

Bis auf einen Anhänger des Werkhofs ist das ehemalige Feuerwehrmagazin leer.

Pascal Bruhin

Gemeindeverwaltung platzt aus allen Nähten

Seit der letzten Sanierung des Gebäudes 1992 sind unterdessen 30 Jahre vergangen. Es würde nicht mehr den energetischen Standards entsprechen, wie Ammann Zubler betont. Zudem sei kein Lift vorhanden, was im Konflikt mit dem Behindertengleichstellungsgesetz steht. Diese beiden Missstände gelte es in den nächsten Jahren sowieso zu beheben.

Da die Gemeindekanzlei zudem aus allen Nähten platzt, sei nun auch der richtige Moment gekommen für den Ausbau. Zubler rechnet vor: «Nur schon die Kosten für die Sanierung, ohne zusätzlichen Nutzen, belaufen sich auf etwa 1,5 Mio. Franken.» Heisst konkret, die Kosten für die Umnutzung des ehemaligen Feuerwehrlokals als Büroräume würden sich auf nur rund 900000 Franken belaufen.

Nach dem Umbau wäre der heutige Haupt- nur noch ein Nebeneingang. Im Bild zu sehen ist Gemeindeammann Simon Zubler.

Nach dem Umbau wäre der heutige Haupt- nur noch ein Nebeneingang. Im Bild zu sehen ist Gemeindeammann Simon Zubler.

Pascal Bruhin

Äusserlich würde sich das Gemeindehaus nur geringfügig verändern. Etwa durch ein Vordach vor dem neuen Haupteingang beim jetzigen Feuerwehrmagazin und eine Rampe für Rollstuhlfahrende davor. Im Innern soll ein Lift vom UG, oder eben dem neuen EG, alle Etagen bis auf das Dachgeschoss, das nur als Lager genutzt wird, verbinden. Auch das Treppenhaus wird bis ins ehemalige Feuerwehrmagazin erweitert. Diskretionsschalter im neuen EG und im neuen 2. Obergeschoss, wo sich das Betreibungsamt befindet, erlauben persönliche Gespräche mit den Behörden.

Vorfinanzierung soll Aufwand reduzieren

Zusätzlich zu den Bau- und Sanierungskosten rechnet der Gemeinderat mit Folgekosten von 90000 Franken pro Jahr. Diese seien vor allem auf Abschreibungen zurückzuführen. «Auf das ganze Haus gerechnet sind das 7500 Franken pro Monat. Ich denke, das ist keine überrissene Zahl», so Simon Zubler. Für die Finanzierung des Bauprojekts müsse Waltenschwil nicht auf zusätzliche Fremdmittel zurückgreifen. «Die Gemeinde verfügt über genügend liquide Mittel, um das Vorhaben zu realisieren», hält Zubler fest.

Früher Gemeindehaus und Feuerwehrmagazin in einem: Bald könnte die Gemeindekanzlei ins Untergeschoss ziehen.

Früher Gemeindehaus und Feuerwehrmagazin in einem: Bald könnte die Gemeindekanzlei ins Untergeschoss ziehen.

Pascal Bruhin

Dank zweckgebundener Vorfinanzierung, die ebenfalls an der Gmeind traktandiert ist, könne über die nächsten Jahre ein allfälliger Ertragsüberschuss der Gemeinde zu Gunsten ebendieser verwendet werden. Der Steuerfuss bleibe daher auch bei 106 Prozent. Falls der Gemeinderat das Stimmvolk überzeugen kann, soll das «neue» Gemeindehaus dann im August 2024 fertig umgebaut sein.

Ebenfalls befinden müssen die Stimmbürgerinnen und -bürger an der Einwohnergmeind über die Anpassung der bestehenden Leistungsvereinbarung mit dem Trägerverein Bünzpark. Die Änderungen betreffend Garantieleistungen seien jedoch rein formeller Natur, so Zubler Die Ortsbürgergmeind hat ausser dem Budget mit einem einem Ertragsüberschuss von 238'200 Franken keine weiteren Traktanden.