Wahlsonntag

Wahlergebnisse Bezirk Muri: GLP feiert einen Erdrutschsieg - SVP verliert Sitz

Der Aargau wählt heute die fünfköpfige Regierung und die 140 Mitglieder des Grossen Rats. Hier ein erster Überblick über die Ergebnisse des Bezirks Muri.

Im Bezirk Muri sticht als Sieger der Grossratswahlen nur eine Partei hervor. Die GLP schaffte es als einzige der arrivierten sechs Parteien ihren Wähleranteil zu erhöhen. Und dies markant. Sie steigert sich von den marginalen 3,44 Prozent vor vier Jahren um mehr als zehn Prozent auf 13,9. Damit rücken die Grünliberalen auf einen Schlag von Platz sechs auf die drittbeste Position vor und überholen die Grünen, die SP und die FDP.

Dank des starken Zuwachses erobert die GLP erstmals in der Geschichte einen Sitz im Grossen Rat für den Bezirk Muri. Auf Kosten der SVP, die damit ihren bisherigen dritten Sitz abgeben muss und es nicht schaffte, den Sitz der zurückgetretenen Milly Stöckli zu verteidigen.

Budmiger ist im Freiamt sehr verwurzelt

Ihren Erfolg verdankt die GLP dem Murianer Gemeindepräsident Hampi Budmiger. Der 44-Jährige ist in der Region eine bekannte Persönlichkeit und hier verwurzelt. Budmiger sitzt schon seit 14 Jahren im Gemeinderat, amtiert seit 2014 als Gemeindepräsident und politisierte bis vergangenen Herbst als Parteiloser, ehe er der GLP beitrat. GLP-Freiamt-Präsident Dominik Peter bezeichnete den Beitritt Budmigers und dessen Grossratskandidatur Anfang Jahr als Glücksfall. Als solcher hat er der Partei tatsächlich nun zum Aufschwung verholfen.

Auf Anhieb holte Budmiger bei seiner ersten Kandidatur 2290 Stimmen und erhielt damit auch über die Parteigrenzen hinweg viel Zuspruch. Er landet damit von allen Kandidaten im Bezirk Muri auf Platz fünf. Zum Vergleich: Die höchste Stimmenzahl im Bezirk machte der Sinser SVP-Bisherige Daniel Urech mit 2836 Stimmen.

«Das Ergebnis ist natürlich grossartig. Aber es war vor allem auch eine Teamleistung», erklärt Hampi Budmiger seinen Wahlerfolg. Die Leute würden je länger je mehr eine nachhaltige Politik mögen. «Zudem sind wir mit einer guten Liste angetreten und haben den Nerv der Zeit getroffen», sagt der frisch gewählte Murianer Grossrat.

Das sind die Gewählten im Bezirk Muri:

«Milly Stöckli hat für die SVP immer viele Stimmen geholt»

Während sich die GLP über den Sitzgewinn freut, ist die Stimmung bei der SVP gedämpfter. Die klar wählerstärkste Partei der letzten Jahre büsst rund 3,7 Prozent ein, bleibt aber mit 33 Prozent noch deutlich über der symbolischen 30-Prozent-Marke. Angetreten war die SVP mit dem erklärten Ziel, ihre drei Sitze zu verteidigen. Dieses Vorhaben ist gescheitert. Nebst Daniel Urech gelang nur Bezirkspartei-Präsidentin Nicole Müller-Boder (Bettwil) der Sprung nach Aarau wieder.

Die Fussstapfen von Milly Stöckli, die fast zwanzig Jahre im Grossen Rat sass, waren für die jüngeren Kandidaten Alain Bütler, Lukas Abt und Jeremias Bächler zu gross. Müller-Boder erklärt gegenüber der AZ: «Wir wussten natürlich, dass ein Sitzverlust passieren kann. Milly Stöckli hat in der Vergangenheit immer sehr viele Stimmen geholt. Hinzu kam die Tatsache, dass Hampi Budmiger einen grossen Bekanntheitsgrad besitzt.»

Für die SVP-Grossrätin sind deswegen die Wahlen im Bezirk eher eine Personenwahl und nicht eine Parteienwahl gewesen. «Die GLP hatte in der Person von Budmiger einen Shootingstar», sagt Müller-Boder. Vorwürfe könne sie ihrer Partei im Wahlkampf nicht machen. «Ich glaube nicht, dass wir etwas falsch gemacht haben. Wir waren auf der Strasse sehr präsent. Mehr ist fast nicht möglich», so Müller-Boder, die selbst 2755 Stimmen auf sich vereinigte.

Der Sitzverlust der SVP, gerade im Bezirk Muri sei schade, aber «ich dachte, gesamtkantonal hätte es schlimmer kommen können.» Müller-Boder schreibt einen Teil der verlorenen Wählerprozente auch der sehr tiefen Stimmbeteiligung im Bezirk Muri von nur 29,4 Prozent zu. Es sei nicht gelungenen, die SVP-Wähler an die Urne zu locken.

CVP kann ihren Wähleranteil stabilisieren

Den Abwärtstrend stoppen konnte die die CVP in ihrem Stammland. Sie verharrt im Bereich von 24 Prozent Wähleranteil und bleibt mit Stabilisierung klar zweitstärkste Partei. Die wiedergewählte Bezirks-Präsidentin Franziska Stenico ist mit dem Resultat zufrieden.

«Es war im Vorfeld schwierig einzuschätzen. Wir wussten, dass die bisherigen BDP-Stimmen uns nicht viel bringen, weil die Partei im Freiamt nicht stark vertreten war. Deshalb bin ich glücklich, dass wir unsere beiden Sitze trotzdem verteidigen konnten», sagt CVP-Grossrätin Stenico, die sich auch freut, dass die FDP und die SP weiterhin einen Sitz im Bezirk halten.

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