Muri
Wahl in den Gemeinderat: Muri geht nochmals an die Urne

SP-Kandidatin Christine Brun liegt für die Ersatzwahl in den Gemeinderat Muri vorne, CVP-Kandidat Urs Wüthrich liegt am Schluss. Die Wahlbeteiligung betrug 33,51 Prozent.

Eddy Schambron
Merken
Drucken
Teilen
Christine Brun soll die SP Muri nach sieben Jahren Absenz wieder an den Gemeinderatstisch bringen. zvg

Christine Brun soll die SP Muri nach sieben Jahren Absenz wieder an den Gemeinderatstisch bringen. zvg

Mit einem notwendig werdenden zweiten Wahlgang für die Ersatzwahl in den Gemeinderat Muri musste man rechnen, mit dem Ergebnis des ersten Wahlgangs aber nicht unbedingt: Die SP-Kandidatin Christine Brun führt mit 542 Stimmen das Feld an, gefolgt von Benjamin Brander (SVP) mit 505 Stimmen und Urs Wüthrich (CVP) mit 381 Stimmen. Das absolute Mehr, das für eine Wahl notwendig gewesen wäre, lag bei 738 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 33,51 Prozent.

«Sehr erfreut und überrascht»

Christine Brun zeigte sich von ihrem Resultat «sehr erfreut und auch überrascht.» Sie wertet es als Zeichen des Vertrauens und auch dafür, dass man in Muri eine verbindliche politische Position zu schätzen weiss. Für sie ist klar, dass sie in den zweiten Wahlgang steigen wird. «Dieses Resultat ist eine gute Ausgangslage und schon fast eine Verpflichtung, mich weiter zu engagieren», erklärte sie gestern.

«Reihenfolge anders erwartet»

Erfreut zeigte sich auch der SVP-Kandidat Benjamin Brander über sein Resultat. «Ein zweiter Wahlgang lag auf der Hand, die Reihenfolge nach dem ersten Wahlgang hätte ich aber anders erwartet», erklärte er. Für ihn steht ausser Frage, dass er zum zweiten Wahlgang antreten wird. «Die CVP muss sich jetzt allerdings überlegen, was sie zu tun gedenkt.» Brander hat «die leise Hoffnung», dass sich die CVP nach diesem ersten Wahlgang zurückziehen und ihn unterstützen könnte. So könnten die Bürgerlichen den Einsitz der Sozialdemokratin im Gemeinderat Muri vereiteln.
«Leer geschluckt»

Eher ernüchtert geht Urs Wüthrich aus diesem ersten Wahlgang hervor. Er habe «zuerst schon mal leer geschluckt», gestand er. Weshalb er 161 Stimmen hinter der SP-Kandidatin und 124 hinter dem SVP-Kandidaten blieb, sei schwierig zu interpretieren und bedürfe nun einer genauen Analyse. Seine Partei und er würden die Situation in den nächsten zwei Wohlen prüfen und dann entscheiden, wie die Partei bei diesen Gemeinderatswahlen weitergehen will. Er könne und wolle da nicht vorgreifen, so lange bleibe alles offen. Wüthrich betont, dass der heutige Gemeinderat stabil politisiere. Der Einzug der SP könne eine gewisse Polarisierung bringen. Das müsse zwar nicht zwingend schlecht sein, könne sich aber auch negativ auswirken.

Bürgerliche Front im zweiten Wahlgang gegen die SP? Brun glaubt nicht, dass sich die CVP bei diesen Wahlen mit der SVP verbünden wird. Sie jedenfalls werde jetzt einmal die Reaktionen der beiden Parteien abwarten und zusammen mit ihrer Partei die Strategie für den zweiten Wahlgang festlegen.

Die Gemeinderats-Ersatzwahl war notwendig geworden, weil Ueli Frey (CVP) aus beruflichen Gründen demissionieren musste. Gegenwärtig hält die CVP im Gemeinderat drei Sitze (Josef Etterlin, Gemeindeammann, Heinz Nater und Ueli Frey), die SVP mit Milly Stöckli einen. Vizeammann Hampi Budmiger ist parteilos. Die SP hatte zuletzt 2005, bis Heidi Schmid zurücktrat, einen Sitz im Gemeinderat Muri.