Muri

Wählen Stimmberechtigte kleine oder grosse Blockzeiten?

Schülerinnen und Schüler drängen ins Schulhaus; mit Blockzeiten wäre ihr Tag klarer strukturiert.  emanuel freudiger

Schülerinnen und Schüler drängen ins Schulhaus; mit Blockzeiten wäre ihr Tag klarer strukturiert. emanuel freudiger

Die IG Blockzeiten hat zum ersten Mal in der Gemeindegeschichte erfolgreich eine Initiative lanciert. Die Stimmbürger wählen eines der beiden Modelle am 16. Juni.

Schulpflege und Gemeinderat Muri sind für die Einführung der kleinen Blockzeiten an der Schule Muri, die Arbeitsgruppe, welche sich mit dem Thema vertieft auseinandersetzte, bevorzugt mehrheitlich die Einführung der grossen Blockzeiten mit Teamteaching (Unterrichtsform, bei der zwei oder mehrere Lehrer eine Unterrichtsstunde oder -einheit gemeinsam vorbereiten und durchführen), wie sie ein von der IG Blockzeiten Muri mit einem im August 2010 hinterlegten Initiativbegehren fordert.

Der Entscheid wird an der Gemeindeversammlung vom 16. Juni gefällt. Die Arbeitsgruppe setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderates, der Schulleitung, der Lehrerschaft, der IG Blockzeiten sowie der Schulpflege zusammen.

Blockzeiten sind ein Bedürfnis

Unbestritten ist, dass die Einführung von Blockzeiten einem Bedürfnis entspricht. Umfragen in Aargauer Gemeinden haben ergeben, dass bis zu 50 Prozent der Kinder ganz oder teilweise ohne Aufsicht sind. Regelmässige Unterrichts- und Betreuungszeiten bieten Vorteile für die Kinder wie bessere Integration und eine Steigerung der Sozialkompetenz, eine verbesserte Betreuungssituation und klare Strukturen.

Auch für die Gemeinde lohnen sich Blockzeiten, weil mit dem Betreuungsangebot die Fürsorgekosten der Gemeinde gesenkt werden können. Bisher bestanden in der Schule in Muri dreistündige Unterrichtsblöcke am Vormittag.

Auch eine Frage der Kosten

Für die grossen Blockzeiten sind im Schulhaus Kloster zwei und im Rösslimatt ein zusätzliches Schulzimmer notwendig, wobei im Rösslimatt der Raum dafür vorhanden ist. Im Badweiher haben sie keine Auswirkungen auf den Raumbedarf. Da im Schulhaus Kloster keine Räume zur Verfügung stehen, müsste die Gemeinde zur Gewinnung von neuem Schulraum bestimmte Abteilungen der Gemeindeverwaltung auslagern oder Mietverträge kündigen.

Für die einmalige Raumausstattung für zwei zusätzliche Schulzimmer im Kloster sind mit Investitionskosten von 70000 Franken zu rechnen. Die jährlich wiederkehrenden Kosten werden mit 263800 Franken beziffert, wobei allein 220000 Franken auf Lehrerlöhne entfallen.

Bei den kleinen Blockzeiten sind im Schulhaus Kloster und im Rösslimatt je ein Schulzimmer einzurichten; im Badweiher ergibt sich kein zusätzlicher Raumbedarf. Die Investitionskosten belaufen sich auf 20000 Franken, die jährlich wiederkehrenden Kosten auf 83800 Franken.

Für kleine Blockzeiten

Der Gemeinderat befürwortet die Einführung der kleinen Blockzeiten. Er anerkennt das Bedürfnis, die Betreuung während des gesamten Morgens zu gewährleisten, hält er in seinen Erläuterungen zur Gemeindeversammlung fest. Mit der Einführung von kleinen Blockzeiten werde dieses Ziel erreicht. Der Vorteil der kleinen Blockzeiten liege in der Flexibilität und der weitgehenden Freiwilligkeit für die Eltern. Es werde weniger Schulraum benötigt und die jährlich wiederkehrenden Kosten seien geringer. Das Initiativbegehren der IG Blockzeiten verlangt hingegen die Einführung der grossen Blockzeiten auf das Schuljahr 2012/2013.

Der beliebte und wichtige Halbklassenunterricht könne auch mit grossen Blockzeiten weitergeführt werden. Zudem würden die Schülerinnen und Schüler einen zusätzlichen freien Nachmittag erhalten, hält die IG Blockzeiten fest. Somit werde die Freizeitgestaltung der Kinder und deren Familien enorm aufgewertet.

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