Prognose

Wachstum: Im Jahr 2040 sollen 53000 statt 41000 in der Region wohnen

In den unüberbauten Bauzonen und durch Verdichtungen wie Aufzonungen sollen in der Region (Foto Zufikon/Bremgarten) in 25 Jahren 53000 Leute wohnen. Kob

In den unüberbauten Bauzonen und durch Verdichtungen wie Aufzonungen sollen in der Region (Foto Zufikon/Bremgarten) in 25 Jahren 53000 Leute wohnen. Kob

Der Planungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt verabschiedet den mit einigen Korrekturen versehenen Richtplan. So soll beispielsweise die Wachstumsrate unter den Gemeinden angemessener verteilt werden.

Beachtliche 30% soll die Bevölkerung der Region bis ins Jahr 2040 zulegen. Statt rund 41000 sollen dann 53000 Leute in der Region wohnen. Diese kantonale Wachstumsprognose deckt sich weitgehend mit der Einschätzung des Regionalplanungsverbands Mutschellen-Reusstal-Kelleramt und jener der angeschlossenen Gemeinden. Die Feinaufteilung des Wachstums von 30% auf die 15 Gemeinden beurteilt der Verband aber differenzierter als der Kanton Aargau.

«Moderater wäre besser»

So ordnete der Kanton den Gemeinden ein Wachstum in einer Bandbreite von 14% bis 44% zu. In ländlichen Gemeinden wie Unterlunkhofen, Jonen, Eggenwil oder Fischbach-Göslikon soll die Einwohnerzahl lediglich um 14% steigen, in den Mutschellengemeinden dagegen um satte 44%. Aus Sicht des Regionalplanungsverbandes ist diese Bandbreite zu üppig bemessen. Nach dem Motto «Moderater wäre besser» und mit dem Hinweis auf die attraktiven Wohnlagen in direkter Nachbarschaft zu Zürich schlägt der Verband eine ausgewogenere Wachstumsverteilung vor. Den Gemeinden der Region sollen Wachstumsanteile zwischen 20% und 35% zugewiesen werden.

Diese Korrektur war an der Verbandstagung in Oberwil-Lieli ein zentrales Thema. Im Zusammenhang mit der Richtplananpassung fliesst sie in die verlangte regionale Stellungnahme ein. Weitere Vorschläge des Regionalplanungsverbandes Mutschellen-Reusstal-Kelleramt in der Stellungnahme: Im Richtplan soll fixiert werden, dass in allen Regionen jährlich eine Regionalkonferenz zum wichtigen Thema «Siedlung und Verkehr» stattfindet, die vom Kanton Aargau und der jeweiligen Region gemeinsam organisiert wird.

Im Weiteren sollen im Planwerk die Bezeichnungen «Wohnschwerpunkt Mutschellenknoten» und «Wohnschwerpunkt Bremgarten Au» abgeändert werden in die vereinfachten, offeneren Benennungen «Wohnschwerpunkt Mutschellen» und «Wohnschwerpunkt Bremgarten».

Kleine Protestnote

Die bereinigte regionale Stellungnahme stiess in Oberwil-Lieli auf breite Akzeptanz. Die Stellungnahme wird allerdings eine kleine Protestnote aufweisen. Auf diese Art will man ausdrücken, dass einige Gemeinden grössere Vorbehalte gegen die prozentuale Zuteilung der Wachstumsanteile durch den Kanton haben. Harsche Kritik äusserte in Oberwil-Lieli Bergdietikons Gemeindeammann Gerhart Isler. Bergdietikon wachse rascher als vermutet. Weil Neueinzonungen von Bauland in den nächsten Jahren nicht möglich seien und das Fassungsvermögen der Bauzonen bald einmal ausgeschöpft sei, stecke seine Gemeinde in einem Dilemma. Ganz andere Sorgen gab Unterlunkhofens Ammann Roger Cébe preis. Weil seine Gemeinde über recht viel unüberbautes Bauland verfügt, befürchtet er, dass es eines Tages zu Auszonungen kommen könnte. Denkbar, dass Cébe diese Sorge schriftlich fixieren wird. Wie die Regionalplanungsverbände können auch die einzelnen Gemeinden Stellung zum Richtplanwurf nehmen.

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