Gnadenthal
«Vorschnupperlehre» bietet Chancenfür Betriebe und Lernende

Pflegezentrum Reusspark ist einer der 60 teilnehmenden Betriebe der Berufsinfotage in Wohlen.

Dominik Fischer (Text und Fotos)
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Marina Amahaotu (links) zeigt den Schülern das Gelände.

Marina Amahaotu (links) zeigt den Schülern das Gelände.

Seit gestern ist das Programm der Berufsinfotage in vollem Gange. Zwei Tage lang haben Schülerinnen und Schülern aus der 3. Oberstufe die Chance, verschiedene Berufe kennen zu lernen. 60 Betriebe aus Wohlen, Villmergen und Niederwil nehmen teil und informieren angehende Lernende über ihr Berufsfeld.

Pflegezentrum Reusspark im Gnadenthal.

Pflegezentrum Reusspark im Gnadenthal.

Auch vor dem Reusspark Gnadenthal tummeln sich morgens zahlreiche Schüler. Sie interessieren sich für Ausbildungen in der kaufmännischen Verwaltung oder als Koch, vor allem jedoch zur Fachperson Gesundheit. All dies wird im Reusspark angeboten. Das Pflegezentrum benötigt aufgrund seiner Grösse zahlreiche Mitarbeiter, momentan sind 400 Personen angestellt.

Entsprechend gross ist auch das Interesse an jungen Lernenden. 80 Auszubildende sind momentan angestellt, 53 davon als Fachperson Gesundheit. «Wir wollen mit unserer Infoveranstaltung Interesse wecken und den Schülern die verschiedenen Pflegeberufe näher bringen.

Wir hoffen, dass sich einige von ihnen für das Jahr 2017 bewerben», sagt Corinne Zimmermann, eine der Ausbildungsverantwortlichen im Reussparkzentrum.

Herausforderungen für Schüler

Wer eine Lehre für das Jahr 2017 anstrebt, muss schnell sein, eine Bewerbung muss bis spätestens Juli 2016 eingehen, ausserdem müssen Bewerber eine Schnupperwoche absolvieren.

Das erfahren die Schüler bei der Präsentation zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung. Ausserdem geben die Ausbildungsverantwortlichen ihnen Tipps beim Schreiben der Bewerbung, warnen aber auch vor den Herausforderungen eines Pflegeberufs.

Für die Jugendlichen ist das alles aufregend. Viele von ihnen haben noch nie in einem Beruf geschnuppert. Die meisten haben sich auch noch nicht auf einen Beruf festgelegt – bis zu sechs verschiedene Betriebe klappern sie an den zwei Tagen ab.

Beide Seiten profitieren

Die Infotage bieten Chancen für
beide Seiten, für die Betriebe, welche ihre Berufe präsentieren und Lehrlinge für sich begeistern können, und für die Jugendlichen, welche die Abläufe in
der Arbeitswelt kennen lernen und so einen geeigneten Beruf für sich finden können.

Nach der Pionierarbeit von Berufe Muri+ starteten dieses Jahr auch Berufe Wohlen+ und Berufe oberes Seetal+. 370 Schüler nehmen allein an den Infotagen Wohlen teil. Neben den Einblicken in die Betriebe gibt es Infoanlässe zur Berufsmatura und einen Rundgang durchs BBZ Freiamt.

Ausserdem finden Workshops statt, Lernende berichten aus ihrem Berufsalltag und geben Tipps zur Berufswahl. Die Jugendlichen im Reusspark Gnadenthal hören aufmerksam zu. Still und etwas schüchtern sitzen sie in den Reihen, schauen beim Rundgang interessiert umher.

Sie sind sich der Wichtigkeit der Berufswahl bewusst, das merkt man ihnen an. Und sie entscheiden sich nicht vorschnell. Nach der Veranstaltung strömen sie davon, um wenig später in völlig andere Berufe einzutauchen.