Wohlen

Vorerst kein Übungsbetrieb: Feuerwehr bleibt trotz der Lockerungen vorsichtig

Die Stützpunktfeuerwehr Wohlen wird vorerst keine Übungen durchführen.

Die Stützpunktfeuerwehr Wohlen wird vorerst keine Übungen durchführen.

Feuerwehrübungen bleiben trotz der Lockerungen ein heikles Unterfangen. So bleibt der Übungsbetrieb zumindest noch bis Ende der Sommer­ferien weitestgehend eingestellt.

Rund 30 Übungen musste die Stützpunktfeuerwehr Wohlen bislang absagen und es werden voraussichtlich noch einige mehr werden – trotz der Lockerung des Versammlungsverbots durch den Bundesrat. «Priorität hat bei uns weiterhin die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft im Ernstfall», sagt Kommandant Marcel Christen und kommt auf das Contact-Tracing zu sprechen. «Es nutzt uns nichts, wenn wir nachverfolgen können, wer wen angesteckt hat, wenn unsere Leute krankheitsbedingt für einen Einsatz ausfallen.» Zudem könnten bei vielen Übungen der Feuerwehr die immer noch geltenden Hygiene- und Abstandsregeln gar nicht eingehalten werden, erklärt Marcel Christen. Wie etwa beim Aufstellen einer Leiter oder beim Üben der Erstversorgung eines Verletzten.

Bei den Einsätzen beruht vieles auf Automatismen

Der definitive Entscheid stand noch aus, als die AZ mit Christen sprach, doch der Feuerwehrkommandant ging davon aus, dass der Übungsbetrieb zumindest noch bis Ende der Sommer­ferien weitestgehend eingestellt bleiben wird. «Ausgenommen einige Übungen in Kleinstgruppen, wie etwa Fahrtraining für Chauffeure», so Marcel Christen. Für den Ernstfall haben die ausfallenden Übungen bislang keine negativen Auswirkungen. Auch dank dem guten Ausbildungsstand der Feuerwehrleute. «Bei unseren Einsätzen beruht vieles auf Automatismen», berichtet Christen, «diese gehen nicht so schnell verloren». Vor allem bei jenen nicht, die bereits schon seit Längerem bei der Feuerwehr dabei sind.

Während des Lockdowns hatte die Stützpunktfeuerwehr Wohlen weniger Einsätze als in normalen Zeiten. «Das ist uns sicher entgegengekommen», sagt Christen, «da das Ansteckungs­risiko somit gering gehalten werden konnte.» Zu Beginn sei es ungewohnt gewesen, in den Fahrzeugen die Abstandsregeln einzuhalten, in der Zwischenzeit habe man sich daran gewöhnt. Doch trotz funktionierendem Korps, eines vermisst der Kommandant: «Der soziale Kontakt fehlt enorm. Ich bin froh, wenn es wieder richtig losgeht.» Seinen Kolleginnen und Kollegen ergeht es wohl nicht anders.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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