Muri
Vor Liegenschaftsverkauf beim Bahnhof

Für den Gemeinderat gibt es keinen Grund, den genehmigten Gestaltungsplan infrage zu stellen.

Eddy Schambron
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Das Bahnhofareal in Muri wird auch nach der Realisierung der Neubauten und des Busterminals parkähnliche Freiräume bieten. ES

Das Bahnhofareal in Muri wird auch nach der Realisierung der Neubauten und des Busterminals parkähnliche Freiräume bieten. ES

Eddy Schambron

Noch dieses Jahr will der Gemeinderat Muri für den Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften beim Bahnhof die Kompetenz beim Souverän einholen, «wenn möglich schon an der Sommergemeindeversammlung», wie Gemeindepräsident Hampi Budmiger ausführt. Nach der Genehmigung des Gestaltungsplans «Zentrum Bahnhof» ist sowohl der Gemeinderat als auch die Entwicklungsgesellschaft Bahnhofquartier Muri daran interessiert, vorwärtszumachen.

Allerdings gibt es noch Knacknüsse bei der Erschliessung der Tiefgaragen zu beseitigen. Auf die von Leodegar Huber im Lokalblatt «Der Freiämter» ausgebreitete Idee geht der Gemeinderat Muri nicht weiter ein. «Man kann grundsätzlich immer wieder auf getroffene Entscheide zurückkommen, vor allem, wenn sich die Ausgangslage verändert oder es wesentliche neue Erkenntnisse gibt. Aus Sicht des Gemeinderates trifft beides nicht zu und die Entwicklung gemäss genehmigten Gestaltungsplan kann fortgesetzt werden.»

Viel Beachtung für Busterminal

Dieser Gestaltungsplan sieht drei polygonale Bauvolumen mit Innenhof sowie einem Längsvolumen entlang der Bahngeleise östlich der Bahnhofstrasse vor (die az berichtete in November darüber). Die parkähnlich konzipierte Anlage öffnet sich gegen das Kloster hin, die Bäume des Klosterparks scheinen in den Freiraum des Bahnhofareals hineinzufliessen.

Grosse Beachtung wurde der Bus-Anbindung an den Bahnhof geschenkt, wie Budmiger betont. Jede Linie hat in Zukunft eine eigene Umsteigekante mit direkten Zugang zum Perron 1 und zur bestehenden Bahnhofunterführung, ohne dass die Passagiere die Bahnhofstrasse überqueren oder lange Unterführungen nutzen müssen. Diese Bus-Anbindung hat Einfluss auf die weitere Planung. «Gegenwärtig wird im Rahmen der Detailplanung für das Baugesuch die definitive Erschliessung der unter Terrain liegenden Garagenanlage nochmals intensiv geprüft», sagt Budmiger. Heinz Fischlin, Leiter Bau und Planung, ergänzt, dass sich Verzögerungen in der Planung ergeben können, wenn keine passenden Lösungen im Rahmen des gültigen Gestaltungsplans gefunden werden.

Verwaltung in den Widmen

Kein Thema mehr ist ein Verwaltungsgebäude im Zentrum Bahnhof. Das sei intensiv geprüft, aber hinsichtlich Kosten und der zu erwartenden Zeitachse verworfen worden. Sowohl Gemeinderat als auch Verwaltung und die Ortsparteien seien zum Schluss gekommen, dass eine Teilverlegung der heutigen Verwaltung in einen Neubau Widmen am zweckmässigsten sei. Die Gemeindeversammlung vom November 2016 folgte dieser Einschätzung und sprach einen entsprechenden Projektierungskredit. «Die Planung am Verwaltungsneubau ist weit fortgeschritten, wir werden noch dieses Jahr den Baukredit beantragen», sagt Budmiger.

Wann im Bahnhofareal die Bagger auffahren, kann noch nicht gesagt werden. «Wir und auch die Entwicklungsgesellschaft sind interessiert, die Entwicklung dieses Gebiet so rasch als möglich zu verwirklichen.» Ein wichtiger Schritt wird mit dem Verkauf der gemeindeeigenen Liegenschaften Villa Wild, Wipf, Bizzotto und Ammannhaus getan. Wird das Problem Tiefgaragenzufahrt noch gelöst, steht anschliessend einem ersten Baugesuch nichts mehr im Weg.