Wohlen
Vor allem Alleinerziehende sind von Blockzeiten abhängig

Aus dem Bericht der Schule Wohlen geht hervor, dass Blockzeiten für die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten der Kinder nicht ideal sind. Da die Vorteile dennoch überwiegen, sollen die Blockzeiten beibehalten werden.

Andrea Weibel
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Blockzeiten und Mittagstisch sind Tagesstrukturen, die von den Eltern bevorzugt werden. kus/archiv

Blockzeiten und Mittagstisch sind Tagesstrukturen, die von den Eltern bevorzugt werden. kus/archiv

Blockzeiten erleichtern die Familienorganisation, steigern die Attraktivität der Schule und wirken sich positiv auf die Kinder aus. Das ist die Einschätzung der Eltern, die drei Jahre nach der Einführung der Vier-Stunden-Blockzeiten aus 1582 ausgefüllten Fragebögen gewonnen werden konnte. Ein aussagekräftiges Resultat, denn lediglich 472 Elternfragebögen blieben unbeantwortet. Die Blockzeiten gelten für Primarschüler und Kindergärtler. Sie werden täglich morgens von 8 bis 12 Uhr betreut.

Für Entwicklung nicht ideal

Für die Eltern sind Blockzeiten eine Erleichterung. Für die Lehrpersonen hingegen nicht, wie deren Onlinebefragung zeigt. Durch Blockzeiten sei Halbklassenunterricht kaum mehr möglich, was die individuelle Betreuung und Förderung der Kinder erschwere. «Es dauert oft länger, bis die Kinder ihre sozialen Fähigkeiten entwickeln», heisst es gar im Bericht. «Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten sind mehr gefordert in der grossen Gruppe und durch die längere Präsenzzeit am Morgen.»

Ausserdem liessen Blockzeiten weniger Freiraum in der Stundenplangestaltung. «Blockzeiten entstanden nicht aus dem Bedürfnis der Schule, sondern der Gesellschaft», heisst es. Die Empfangszeit wird von den Lehrern aber als entlastend empfunden.

Die Lehrerschaft glaubt, dass die Blockzeiten den Alltag der Eltern erleichtern und sie einen Standortvorteil für Wohlen bringen. Obwohl ihre Arbeit dadurch nicht erleichtert wird, möchte eine Mehrheit der Lehrpersonen Blockzeiten beibehalten.

Wenige wollen bezahlen

Die Eltern bestätigen das Urteil der Lehrerschaft. Sie wollen die Blockzeiten ebenfalls beibehalten. Wie die Analyse der Elternfragebögen ergeben hat, sind vor allem Teilzeitarbeitende und Alleinerziehende von den Blockzeiten abhängig. Hauptsächlich diese Gruppe ist auch an einer Weiterentwicklung der Blockzeiten interessiert und am ehesten bereit, dafür zu bezahlen.

Auf einer Skala von 1 («trifft gar nicht zu») bis 4 («trifft völlig zu») hat das Bedürfnis der befragten Eltern auf die Weiterführung der Blockzeiten einen Wert von 3,6 erhalten. Deren Weiterentwicklung gilt mit einer 2,53 als nicht dringend. Und die Bereitschaft, einen finanziellen Beitrag an die Blockzeiten zu leisten, ist mit einem Durchschnittswert von 2,24 kaum vorhanden.