Muri
Vor 2017 gibt es keinen Strom vom Windpark Lindenberg

Bis drei Windräder auf dem Lindenberg drehen, werden noch mindestens vier Jahre verstreichen. So lange dauern im besten Fall Planungs- und Bewilligungsverfahren.

Eddy Schambron
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Windig genug: Auf dem Rücken des Lindenbergs könnten drei Windkraftanlagen Strom liefern. ES

Windig genug: Auf dem Rücken des Lindenbergs könnten drei Windkraftanlagen Strom liefern. ES

Wenn auf dem Lindenberg mit Windkraftanlagen Strom produziert werden soll, dann wird es nicht mit Einzelanlagen sein, sondern in einem sogenannten Windpark. Mindestens drei Anlagen im maximalen Abstand von 1200 Metern zueinander werden ihre Rotorblätter im Wind drehen, und zwar sowohl auf Aargauer als auch auf Luzerner Seite.

Das ist, wie der Beinwiler Gemeinderat Bruno Sidler an der Abgeordnetenversammlung des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt erklärte, in einer kantonalen Vereinbarung so festgeschrieben. Die Gebiete sind definiert in Lindenberg West, Lindenberg Ost und Müswanger Allmend. Doch bis hier Strom fliesst, wird noch manches Lüftchen über den Freiämter Hausberg streichen.

100 Meter über Grund

Windenergie kann dort wirtschaftlich gewonnen werden, wo eine mittlere Windgeschwindigkeit von 4,5 Meter/Sekunde gemessen wird – 100 Meter über dem Grund. Die ursprüngliche Aargauer Vorgabe von 50 Metern über dem Grund kippte der Kanton aufgrund eines Antrages der Gemeinde Beinwil und des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt. Diese Anpassung wurde notwendig, weil die 100-Meter-Vorgabe im angrenzenden Kanton Luzern und in der Schweiz Gültigkeit hat.

Vieles offen

Noch ist nicht definitiv beurteilt, ob die Windstromproduktion auf dem Lindenberg wirtschaftlich wirklich möglich ist oder nicht. Kommen die Fachleute zu einem (weiteren) positiven Schluss, steht dem Projekt auf jeden Fall ein aufwendiger Verfahrensweg bevor. Unter anderem braucht es eine Ergänzung des Richtplanes und eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Rahmen von Vernehmlassungsverfahren ist die Bevölkerung mit einzubeziehen. Jedes Windrad für sich beansprucht ein Baubewilligungsverfahren. Noch nicht entschieden ist, ob der produzierte Strom im Unterwerk Muri oder Hitzkirch ins Netz eingespeist würde. So oder so braucht es in diesem Zusammenhang wiederum Planungs- und Bewilligungsverfahren. Zählt man die von Louis Lutz, Leiter Erneuerbare Energien beim AEW, angeführten Zeitabschnitte zusammen, kommen locker mindestens vier Jahre zusammen, bis der Windpark Lindenberg realisiert ist.

Potenzial ist gross

Überzeugt zeigt sich Lutz vom Potenzial der Windenergie. «Strom aus Wind ist, im Vergleich zur Photovoltaik, mit weniger Kapital effizienter zu erzeugen. Windenergie wird auch im Aargau an Bedeutung gewinnen, weil sie wirtschaftlich in einem guten Bereich liegt.» Ein einziges Windrad, wie es auf dem Lindenberg drehen würde, liefert die genutzte Strommenge von 1500 Durchschnittshaushaltungen.

Im Aargau könnten Windanlagen rund 10 Prozent an den Gesamtkuchen der erneuerbaren Elektrizität beitragen. Dazu wären 15 bis 25 Windkraftanlagen nötig. Rund 43 Prozent der erneuerbaren Energie stammt aus Wasserkraft, gut 21 Prozent aus Photovoltaikanlagen, knapp 11 Prozent aus Geothermie und 9,5 Prozent aus Biomasse.