Finale

Von Sins nach Dänemark: Die Ameisen haben ihr Ziel erreicht

Eine 60 Meter lange Plakatstrasse gibt Auskunft über die vielfältigen Ameisenprojekte. Vorne die dänische Ameise (l.), das Eiergelege und die deutsche Ameise.

Eine 60 Meter lange Plakatstrasse gibt Auskunft über die vielfältigen Ameisenprojekte. Vorne die dänische Ameise (l.), das Eiergelege und die deutsche Ameise.

Die wohl längste Kunstinstallation der Welt: Anderthalb Jahre nach dem Start in Sins ist Jörg Rohners Ausstellung in Dänemark aufgebaut. 80 Königsameisen krabbeln über ebenso viele Schulhöfe der Länder Schweiz, Deutschland und Dänemark.

Es ist vollbracht: Drei stattliche Königsameisen sitzen im beschaulichen Skulpturenpark Augustiana im Süden Dänemarks unter gepflegten Bäumen im Grünen, die altehrwürdigen Schlossmauern im Rücken, und bewachen ihr Gelege aus Dutzenden von Eiern in allen Grössen und Farben. Eine sitzende schwarze mit weiss getupften Füssen ist aus dem schweizerischen Bonstetten angereist, eine filigrane kriechende Artgenossin kommt aus Deutschland, die handliche kleine neben dem Gelege ist die dänische Vertreterin.

Gemeinsam mit ihren 80 Artgenossinnen, welche über ebenso viele Schulhöfe der drei Staaten krabbeln, bilden sie die wohl längste Kunstinstallation der Welt. Über 200 Personen, darunter viele Schulkinder aus Deutschland und Dänemark, nahmen an der Vernissage letzte Woche teil.

Eindrückliche Begegnungen

«Es war ein toller Anlass», berichtet der Initiant Jörg Rohner. «Ich begegnete Menschen, mit denen ich zuvor in regem Mailkontakt gestanden hatte. Der Austausch mit ihnen war sehr wertvoll für mich.»

Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Schreiner Patrick Meier, war er mit einem Transporter voller Material und Werkzeug angereist. «Unterwegs hielten wir in Lombach und Fulda an, um die von den deutschen Schulklassen gebastelten Ameiseneier abzuholen. Die beiden Ortschaften dienten als Sammelstellen.»

Die Eier aus der Schweiz befanden sich bereits im Gepäck, die dänischen Bastelwerke wurden direkt zum Skulpturenpark geschickt oder gebracht. Mit im Gepäck waren auch die auf robuste Folie aufgezogenen Bildplakate, welche die Entstehung jeder einzelnen der 80 Ameisen dokumentieren.

«Augustiana ist eine grosse Schloss- und Parkanlage, in der eine psychiatrische Klinik untergebracht ist», erzählt der Künstler. Bereits am Ankunftsabend begannen die beiden Schweizer mit den Aufbauarbeiten, unterstützt von Kunstvermittler Poul Danior, dem Ansprechpartner vor Ort, welcher die Festlichkeiten der Vernissage organisiert hatte.

Es wurde eine freistehende, selbsttragende Hängevorrichtung aus Holz und einem Drahtseil für die 60 Meter lange Plakatstrasse gebaut. Auch die Schweizer Ameise musste noch montiert und platziert sowie ein Korb aus Holz und Drahtgeflecht für die Eier gebaut werden. «Am Ende waren wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Vor allem die Plakatstrasse wurde gerühmt. Sie zeigt eindrücklich die grosse Vielfalt der Kunstwerke.»

Feier mit gesundem Snack

Am Donnerstagnachmittag schliesslich fand die Vernissage statt. Neben der fertigen Installation flatterten die drei Landesfahnen. «Ganze Schulklassen aus der Umgebung reisten mit den Fahrrädern an», erzählt Rohner.

Einige Kinder stellten ihr Projekt selbst vor. Viel Lob und Dank wurde vonseiten des Kunstvermittlers, der lokalen Gemeindebehörde und des Künstlers an alle Beteiligten gerichtet. «Es herrschte eine ausgelassene Stimmung», erinnert sich der Künstler. Die Installation ist nun während sechs Wochen im Skulpturenpark zu besichtigen.

Auf Wunsch seiner dänischen Freunde meldete Rohner das Projekt bei «Guinness World Records» an. Nach einer wohlverdienten Pause wird er sich ausserdem an die Aufarbeitung von Bildern und Berichten machen. «Wir möchten ein Fotobuch oder eine CD erstellen als Erinnerung für die Schulen, die am Projekt teilgenommen haben.» Rohners Wunsch wäre es ausserdem, die Plakatstrasse auch in Sins auszustellen: «Als Abschluss dort, wo alles begonnen hat.»

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