«Musig im Pflegidach»

Von Neu-Delhi nach Muri: Tarun Balani

Tarun Balani Dharma beim Auftritt in der Reihe «Musig im Pflegidach».

Tarun Balani und seine Band reisten mit den Zuhörern im «Musig im Pflegidach» an andere Orte der Welt.

Das Murianer Publikum ist ganz aus dem Häuschen. Schon nach wenigen Minuten schafften es, die noch anfangs unbekannten Gesichter einer Band, sie zu begeistern. Es handelt sich hierbei um Tarun Balani (Schlagzeug), Adam O'Farrill (Trompete), Sharik Hasan (Klavier), Olli Hirvonen (Gitarre) und Tilman Oberbeck (Bass).

«Do we have time for another song?» (Haben wir noch Zeit für ein anderes Lied), fragte der gebürtige Inder Tarun Balani höflich. Die Antwort von Stephan Diethelm war ein klares: «Sure!» (Sicher), denn die Zuhörer hatten nicht genug von seiner aussergewöhnlichen und mitreissenden Musik gehört. Der Pianist Sharik Hasan spielte sanft auf seiner Tastatur, im Hintergrund vernahm man feine Akzente des Bassisten Oberbeck. 

Tarun Balani Dharma - «Here We Go» bei «Musig im Pflegidach»

Durch die orientalischen Akzente der Musik versetzten die Künstler die Murianer nach Neu-Delhi, der Hauptstadt Indiens. Dann wurde es laut, Balani setzte mit seinem Schlagzeug ein. Später kamen auch Hirvonen und O'Farrill hinzu. Mit tosendem Applaus fand O'Farrill viel Zuspruch von den Zuhörern. Wenn er spielte, fand man sich auf den Strassen New Yorks wieder, wo Strassenmusikanten aufeinandertreffen und alte Jazz-Musik spielen. Auch an den musikalischen Fähigkeiten mangelte es nicht. Mit seiner Zirkularatmung, eine Blastechnik, bei der Töne immer wieder regeneriert werden, begeisterte er das Publikum.

Grosser Dank an die Murianer

Unter den Zuhörern waren spezielle Gäste. Im Rahmen einer Spezialwoche der Kantonsschule Wohlen befanden sich zahlreiche Schüler im Publikum. Doch Balani schaffte es, Alt und Jung zu begeistern. Ob Instrument, laut oder leise, Neu Delhi oder New York, jedermann fand etwas, das ihm gefiel. Als Dank dafür, dass sie so offen vom Publikum empfangen wurden, spielten sie ein neues, erst kürzlich geschriebenes Stück. Zufrieden mit einem Lächeln im Gesicht, kauften sich schon erste begeisterte Fans die neue CD der Band und sammelten fleissig Autogramme.

Die Band ist mit ihrem Album «Dharma» auf Tour. Für Balani ist es immer wieder eine Erfahrung durch Europa zu reisen. So erzählt Balani lachend, dass er in Deutschland nicht weiter reisen konnte, da er Probleme mit seinem Pass gehabt hatte und die Band ohne ihn auftreten musste. «But they did it well» (aber sie haben das gut gemacht), fügte er lachend hinzu.

Die Quelle seiner Musik

Balanis Jazz-Musik gewinnt  durch seine orientalischen Akzente sehr viel Wiedererkennungswert und kann sich durch sein Merkmal von den anderen Musikern abheben.  Das musikalische Talent wurde ihm quasi schon in die Wiege gelegt. Während seine Mutter sich Lieder von ABBA anhörte, setzte sein Vater auf klassische Musik. So fällt der Apfel nicht weit vom Stamm und Balani wird leidenschaftlicher Musiker mit einer Hingabe zum Jazz.

Die Inspiration zu seiner Musik schöpft er aus seinem alltäglichen Leben. Als kleiner Junge wuchs er in Neu Delhi neben einer Moschee auf. Dies führte dazu, dass er den Ruf des Muezzins, der die Muslime zum Gebet aufruft, Azaan, interpretierte. 

Die Inspiration, die sich Balani zu seinem Haupttitel «Dharma» holte, war aber ein trauriger. Am Tage seiner Hochzeit verstarb seine Grossmutter. Er kämpfte mit Emotionen der Traurigkeit und des Glücks. Seine einzige Möglichkeit, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, war die Musik. Egal ob Dharma oder Azaan, New York oder Neu-Delhi, es ist zu hoffen von Balani zukünftig noch mehr zu hören.

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