Fünfte Jahreszeit

Von Kibitz und Zwerg Galättli – die Schnitzelbänke von Urs Senn

Das Triangeli macht sich auch über die Wohler Zentralstrasse lustig.

Das Triangeli macht sich auch über die Wohler Zentralstrasse lustig.

Der Wohler Kantilehrer Urs Senn ist zu Beginn der Fünften Jahreszeit als Schnitzelbänkler «s'Triangeli» unterwegs.

Über Coiffeur- und Kosmetiksalons

Wohle hed über vierzg so Coiffeur- gschäft, wo‘s schniide und frisiere;
Öppe 15 Studios und Lounges, wott’ d‘Nägel chasch laggiere;
Y meh als 10 Salööns im Dorf wird au kosmetisch gschaffet:
Es wird massiert und cremelet, gsprützt, epiliert und gstraffet.
Doch es Buech chasch niene chaufe, do chöme eim doch Trääne!
Und statt em «Grossstadtfieber» packt eim grad die gross Provinzmigräne.

Über Herr Meier in der Badi

Isch d’Badi offe, de schwimmt der alt Herr Meier täglich siini Strecki.
Au im letschte Mai, trotz dem Verbot wäge Strom im Becki.
«Sie händ s’Problem denn leider glööst», seid er, liecht irritiert,
«Schaad, denn de Kriechstroom hed mich irgendwie no ziemli stimuliert.»

Über den Wandel der Sitten

Hei, isch’s doch früehner schön gsy und au d’Sitte no korräkt!
Hüt isch nid nur alles digital, weichgspüelt und gschlächtergrächt.
Nei, au s’Klima lauft eus usem Rueder, und es loht sich gar nüüt meh lo länke!
Jo, d’Wohler tüend jetzt nid emol meh s’Gmeindsbudget versänke!

Über die Wohler Politik

A de Volkshochschuel hed hüür de Joseph Sachs, de Wohler Psychiater,
Zwee Vorträg über so Narzisste und über Psychopathe.
Die Vorträg sind scho uusverchauft, sie sind e Riisehit,
Denn der Arzt bespricht nur Fallbispiil us de Wohler Politik.

Über Andreas Glarner

Er wärd sy Partei für d’SVP neu zumene Lüüchtturm mache,
Verchünndt’ de Glarner überluut, als Chef lös er’s lo krache.
Ich zwiifle, öb de Lüüchtturm denn au würklich einisch lüüchtet,
Denn do derzu bruucht’s helli Chöpf, und meh als 1 Armlüüchter.

Über den Flachsee

Wenn ich am Flachsee a de Rüüss d’Vogelwält studiere,
Fallt mir uuf, dass sich de Kibitz deet nümm wott verlustiere.
Ghörsch en sälte, gsehsch e nie, de macht sich richtig dünn.
De mahnet mich a Gmeindroot Vogt, de ghörsch und gsehsch au nümm.

Über den Wohler Schulraum

Im chliine Martin z’Wohle hed mer im Chindergarte gseit,
Er chönn bald ines neus Schuelhuus, s’alt seig alt und z’fescht beleit.
Er hed sich gfreut und gfreut und gfreut, - und denne resigniert.
S’Schuelhuus stoht noni, und de Martin hed chürzlich als Dokter promoviert.

Über Jean-Pierre Gallati

Sie sind richtig guet, die Chinderbüecher, vom «Stolperli», dem Zwärg!
Die Figur vom Peach isch lustig, härzig, jo, die isch richtig zwääg.
Die nächschti Gschicht isch scho i Plaanig, doch s’wird nid eso e nätti:
Hauptfigur isch au e Zwäärg, doch de heisst neu «Gallätli».
Die Gschicht verzellt vo böse Streich, und sie isch eso aagleit,
Dass s’«Gallätli» nid nur stolperet, sondern voll uf d’Schnörre gheit.

Über Raumplanung

Was loht sich ächt boutechnisch
mache? Was würd’ sich städteboulich lohne?
Frogt de Kanton und flüügt drum über Zäntralstrooss mit sonere gschiide Drohne.
De Erkundigsfluug hed leider nüüt broocht, hed mer vo Aarau ghört,
Denn die Drohne hed sich ob dem gfilmte Eländ automatisch sälbst-
zerstört.

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