Kommentar

Von Fakten und Gefühlen

In Beinwil soll ein Windpark entstehen.

In Beinwil soll ein Windpark entstehen.

Wenn Gegner eines Windparks Lindenberg sagen, eine Windkraftanlage mache einen Lärm wie an einem Open Air-Konzert, dann stimmt das. Aber nur auf der Nabenhöhe, 150 Meter über dem Boden. Am Fuss der Anlage ist eine normale Unterhaltung von Menschen problemlos möglich, weiter entfernt sowieso. Das kann jeder bestätigen, der schon einmal in der Nähe von drehenden Rotoren stand.

Wenn im Zusammenhang mit dem Windpark Lindenberg die Gegner von einer geplanten «Notwasserleitung» sprechen, ist das grundsätzlich nicht falsch. Aber rhetorisch so zugespitzt, dass es auch nicht richtig ist: Eine Trinkwasserleitung vom Reusstal nach Beinwil und allenfalls weiter nach Geltwil macht wahrscheinlich langfristig auch ohne Windpark Sinn, weil schon heute der Quellertrag – vielleicht wegen des Klimawandels – schwankt oder zurückzugehen scheint.

Die beiden kleinen Beispiele zeigen: Der Weg zu einem Windpark Lindenberg ist kein Spaziergang. Fakten, die den Boden einer sachlichen Diskussion bilden, sind für die Entscheidungsfindung zweifellos unabdingbar. Was sich allerdings Berechnungen und Untersuchungen entzieht, sind die emotionalen Aspekte. Nur schon die Frage, ob Windanlagen inmitten eines Naherholungsgebietes Zeichen der modernen Zeit und der sauberen Energiegewinnung oder eine undiskutable Naturverschandelung sind, bietet genug Gesprächsstoff für einen ganzen, ziemlich angeregten Abend.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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