Boswil

Von der Stammtischidee zur erfolgreichen Premiere

Die Guggenmusik Sumpfer-Stilzli aus dem Kelleramt sorgte am ersten Nachtumzug in Boswil für kakofonische Klänge. Foto: ak

Die Guggenmusik Sumpfer-Stilzli aus dem Kelleramt sorgte am ersten Nachtumzug in Boswil für kakofonische Klänge. Foto: ak

Eine aus fünf Mitgliedern bestehende Interessengemeinschaft setzte sich zum Ziel, die Fasnacht in Boswil neu zu beleben. Der Nachtumzug im Dorf ist das Ergebnis.

Eine aus fünf Mitgliedern bestehende Interessengemeinschaft setzte sich zum Ziel, die Fasnacht in Boswil neu zu beleben. Die Stammtischidee, einen Nachtumzug durchzuführen und sich somit von den anderen Umzügen der Region abzuheben, wurde in die Tat umgesetzt. «Wir investierten sehr viel unserer Freizeit in dieses Projekt», sagt Marcel Ramuz, eines dieser Mitglieder. Auch finanziell wäre ohne die Starthilfe aus der Auflösung der Räbemöschtler und den Sponsorenbeiträgen dieser Umzug nicht durchführbar gewesen. Hinzu kamen die kostenlose Benutzung des Foyers und die ebenfalls kostenlose Strassenreinigung nach dem Umzug durch die Gemeindearbeiter.

Acht Gruppen aus Boswil

Trotz der Ungewissheit, wie viele Leute überhaupt den Nachtumzug besuchen würden, machten sie sich auf die Suche nach fasnächtlich dekorierten Wagen, die am Umzug teilnehmen würden. Es konnten 23 Gruppen gefunden werden, darunter vier Guggenmusiken, alle aus der Region. Unter den restlichen 19 Nummern befanden sich acht Gruppen aus Boswil, seien es Coiffeursalons, Restaurants oder das Oldie-Team, welches mit der Oldie-Bar jeweils am Fasnachtsfreitag und am Güdismontag einen weiteren Teil an die erfolgreiche Durchführung der Fasnacht in Boswil leistet. «Dass so viele Gruppen aus Boswil mitmachen, freut uns sehr», erklärt Ramuz nicht ohne Stolz.

Vielfalt der Sujets

Am Umzug selber zeigte sich für die Veranstalter ein schönes Bild. Ohne grosse Werbeausgaben, jedoch mit Auftritten im Internet, in Form von Inseraten in Regionalzeitungen oder Flyern und Plakaten in und um Boswil, konnte eine grosse Anzahl Leute dazu animiert werden, am Umzug teilzunehmen. Die teilweise mit vielen Fasnächtlern gesäumten Strassen liessen richtige Fasnachtsstimmung aufkommen. Um die an den Strassen stehenden Menschen optimal zu verpflegen, waren zwei Wagen unterwegs, die Bratwürste oder Tee verkauften.

Die dekorierten Wagen zeigten ein Spiegelbild der aktuellen Geschehnisse. Über «Sennentuntschi», «Fluch der Karibik», Wüstenkarawanen, das eidgenössische Schwingfest bis hin zur Anti-Raucher-Kampagne waren alle Sujets vertreten. Sogar ein Operationssaal, in dem sofort und kostenlos operiert wurde, konnte man nebst den üblichen Clownmotiven betrachten. Die Leute, die den Umzug besuchten, waren nicht wie üblich dazu verpflichtet, Plaketten zu kaufen. Sie wurden dazu eingeladen, dem während des ganzen Umzuges kursierenden Spendenwagen einen freiwilligen Betrag zu übergeben, um so einen Beitrag an den nächsten Nachtumzug zu leisten, der in zwei Jahren geplant ist. «Wir möchten dieses Projekt über längere Zeit aufrechterhalten», sagt Ramuz.

Verpflegung im Foyer

Nach dem 90 Minuten dauernden Umzug konnte man sich im Foyer des Schulhauses Boswil verpflegen lassen. Die Bar und das Restaurant, die ausschliesslich von Freiwilligen geführt wurden, luden zum Verweilen ein.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft zeigten sich entspannt und waren froh, dass der Umzug ohne jegliche Zwischenfälle über die Bühne gehen konnte. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Zuschauern. Allesamt bezeichneten den Nachtumzug als gelungen, jedoch noch mit gewissem Steigerungspotenzial für die kommenden Jahre. Die Basis dazu wurde gelegt.

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