Wenn die Sonne leuchtet, scheinen die grossen Felder zu brennen: In Benzenschwil bauen Thomas und Anita Heggli auf 15 Hektaren Aronia-Beeren an. Jetzt befinden sich die abgeernteten Sträucher in ihrer spektakulären Herbstfärbung.

Die Beeren selber werden auf dem Hof zu Saft gepresst, auswärts getrocknet oder als Leckerei in Grand-Cru-Schokolade gekleidet. «Wir haben für uns eine Nische erschlossen, die sich ideal durch die Ernte im Herbst mit der Rhabarber-Produktion für die Migros Zentralschweiz im Frühling ergänzt», stellen Thomas und Anita Heggli fest. Der Gesamtbetrieb wurde per 1. Januar 2015 auf Bio Suisse umgestellt.

Viel Handarbeit

Sie sind eigentlich per Zufall auf die Aronia-Beeren gestossen, beziehungsweise durch einen griechischen Erntehelfer, der ihnen von den Früchten erzählte, die im Osten Europas weit verbreitet und sehr beliebt sind. «Wir wollten unseren Hof auf biologischen Landbau umstellen, und da passte die bisherige Schweinezucht nicht dazu», erzählt Heggli. 

Die Aronia-Beere, die als sehr gesund gilt, weckte sein Interesse. Zuerst beabsichtigte er, es im kleinen Rahmen zu versuchen. Aber dann wurden es 2013 gleich 15 Hektaren daraus. «Die Investitionen rechnen sich einfach besser bei einer grossen Fläche», macht er klar. Damit ist die Aronia-Beere, neben dem Rhabarber-Anbau für die Migros Zentralschweiz, zum Hauptstandbein des Bio-Betriebs geworden. Dabei ist ein grosser Arbeitseinsatz gefordert.

Das Unkraut wird, wie beim Rhabarber, in aufwendiger Handarbeit entfernt. Der Schnitt der 56 000 Sträucher erfolgt maschinell. Um die Schädlinge im Zaum zu halten, wurden in jeder zweiten Zwischenreihe einheimische Wildblumen gesät. Wenn die Pflanzen trotzdem aktiv gegen Schädlinge geschützt werden müssen, etwa gegen die Kirschessigfliege, kommen ausschliesslich natürliche Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. «Der Vorteil der Aronia-Beere ist es aber, dass der Strauch sehr robust ist», stellt Heggli fest.

Vollernter aus Polen

Thomas und Anita Heggli erwarteten in diesem ersten Erntejahr rund fünf Tonnen Ertrag. Bedingt durch die trockene Witterung waren es jetzt allerdings nur etwa 70 Prozent davon, dafür sind die Beeren dank der vielen Sonnenstunden sehr gehaltvoll. Für die Ernte setzen sie einen mechanischen Vollernter aus Polen ein. «Die Maschine ist einfach aufgebaut und leicht zu warten.» Effizienz bei der Bewirtschaftung ist denn auch ein Schlüsselbegriff: «Für die Aronia-Beerenproduktion gibt es keinen Importschutz, wir müssen also mit den anderen europäischen Produzenten konkurrieren.»

Deshalb verarbeiten sie den grössten Teil der Beeren gleich selber, indem sie sie zu Saft pressen, und vermarkten ihn auch direkt ab Hof über das Internet.» Mit Grossverteilern als mögliche Abnehmer sind wir jedoch im Gespräch», unterstreichen sie. Die 3-Liter-Bag-in-Box kostet in Bio-Qualität 39 Franken, die gleiche Menge von Schweizer Berufskollegen ohne Bio 36 Franken. Getrocknet sind die Früchte für 49 Franken das Kilo zu haben. Bestellt wird über www.aronia-swiss.ch.

Hegglis sind Mitglied der Interessengemeinschaft Aronia Schweiz. Diese wurde 2009 gegründet, mit dem Ziel, den Bekanntheitsgrad und den Anbau der Frucht zu erhöhen, zu fördern und zu koordinieren. Gleichzeitig ist sie die Plattform für den Wissensaustausch.