Bremgarten
Von der Kleiderfabrik zum Kulturzentrum – das steckt hinter dem KuZeB

Heute hat die Polizei das Kulturzentrum Bremgarten durchsucht. Was verbirgt sich hinter dem Treffpunkt für Leute aus dem linksalternativen Spektrum?

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Das KuZeB Bremgarten. (Archiv)

Das KuZeB Bremgarten. (Archiv)

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Am Mittwochmorgen wurde in Bremgarten nach einer oder mehreren Personen gesucht, die an den Ausschreitungen am G20-Gipfel beteiligt gewesen sein sollen. Durchsucht wurde auch das Kulturzentrum Bremgarten (KuZeB).

Das KuZeB ist ein «nichtkommerzielles, selbstverwaltendes Kultur- und Politzentrum im linksalternativen Spektrum und pflegt einen regen Austausch mit gleichgesinnten Leuten im In- und Ausland», wie der Verein auf seiner Website schreibt. Das KuZeB möchte «andere und neue Gesellschafts- und Lebensformen ausprobieren, in deren alle Beteiligten die gleichen Rechte und Pflichten wie auch die gleiche Verantwortung haben. Die Grundpfeiler bilden Menschlichkeit, Solidarität, Meinungsfreiheit, Vertrauen, Integration, Vielfalt und Offenheit.»

Angefangen hat die Geschichte des KuZeB im Juni 1990, als junge Leute den Fabrikteil der alten Kleiderfabrik im Stadtzentrum von Bremgarten besetzten. Innert kurzer Zeit entwickelte sich die Alte Kleiderfabrik zum Szenentreffpunkt.

Als Max Meyer, einer der beiden Besitzer, kurze Zeit später seitens der Behörden auf die Umnutzung in der Alten Kleiderfabrik aufmerksam gemacht wurde, meinte dieser nur: «Für die sozialen Probleme ist die Stadt zuständig.» Er unternahm weiter nichts. Den Behörden blieben damit die Hände gebunden. Sie konnten das Gebäude nicht räumen und führten lediglich Kontrollen durch.

Vor knapp 20 Jahren kam es öfters vor, dass Anhänger der linken und rechten Szene ihre Auseinandersetzungen in Bremgarten austrugen. Einer der traurigen Höhepunkte: 2002 schlug eine Gruppe Neonazis einen 41-jährigen Schlagzeuger nach einem Konzert auf dem Schulhausplatz grundlos spitalreif.

In den letzten Jahren ist es eher ruhig um das KuZeB geworden. Vor einem Jahr feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Während einige die Freiräume und die Konzerte und Veranstaltungen schätzen, die im KuZeB organisiert werden, stören sich andere daran. So will SVP-Hardliner Andreas Glarner das Haus kaufen und abreissen. (Infos:Website KuZeB/kob)

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