2. Juni 1986: Neun Klienten mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung arbeiten mit zwei Betreuern im «Arbeitszentrum Freiamt».

Geführt wird es von der Stiftung für Behinderte im Freiamt, die 1979 formell gegründet wurde. Dass sie hier arbeiten dürfen, ist ein grosser Fortschritt, der sich immer deutlicher zeigt, denn «die Zahl unserer Klienten hat sich jährlich um 4 bis 5 Prozent erhöht», hält Geschäftsführer Pascal Gregor fest.

Die heutigen Zahlen wären damals unvorstellbar gewesen: 2016, 30 Jahre später, arbeiten 294 Klienten und 153 Betreuungspersonen in der Integra.

«Und wir sehen keinen Grund, der diesen Trend stoppen würde.» So kann die Integra zu ihrem 30. Geburtstag mit einem Ertrag von 14,5 Mio. und Aufwand von 14 Mio. Franken gute Zahlen ausweisen. Das Stiftungsvermögen beträgt 12,7 Mio. Franken.

«Kein Mitleidsbonus»

Doch das grösste Geburtstagsgeschenk ist das endlich fertige Neubauprojekt «Neuland» an der Allmendstrasse.

Mittlerweile ist es bezogen, in den Produktionsräumen wird gearbeitet, im Selbstbedienungsbereich das Restaurant rege benützt. Sobald der bediente Restaurantteil am 20. August für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, sollen die Gäste keinen Unterschied in Angebot und Bedienung gegenüber anderen Restaurants merken. «Wir wollen keinen Mitleidsbonus, sondern ein vollwertiges Restaurant bieten, und dafür werden unsere Klienten und Mitarbeiter geschult», sagt Gregor.

Ursprünglich wäre eine Mensa-Zusammenlegung mit der benachbarten Kantonsschule geplant gewesen. «Doch hier zog sich der Kanton aufgrund der ungewissen Schülerentwicklung zurück. Das Risiko, die Kanti-Mensa zu schliessen, wäre zu gross. Aber natürlich dürfen die Kantonsschüler bei uns essen, das Restaurant wird öffentlich sein.»

Nun sind lediglich Aussenparkplätze und Begrünung noch hinter dem Zeitplan. Die Liegenschaft an der Jurastrasse behält die Integra und vermietet sie vorläufig dem Sozialamt Wohlen als Sozialwohnungen. Mittelfristig wird sie Lager, Gartenservice und berufliche Integration dort einquartieren, langfristig wohl weitere Wohnplätze schaffen.

Unfallfrei und ISO-zertifiziert

Highlights des vergangenen Jahres waren eine gute Arbeitsauslastung, «und das trotz der Frankenproblematik», wie Präsident Josef Brunner der Stiftungsversammlung mitteilen konnte. «Zudem hatten wir keine Arbeitsunfälle und sind neu ISO-zertifiziert.»

Als Präsident verabschiedete er Stiftungsrat Patrick Küng aus seinem Amt und schlug als Ersatz René Eschmann (Muri) vor. Für die Stiftungsversammlung werden neu Claudia Hoffmann (Kallern), Simone Rangosch (Bremgarten) und Patrick Küng (Bremgarten) vorgeschlagen.

Das grösste Highlight ist aber auch für ihn der Neubau. «Letztes Jahr sah man oft Klienten, die sich die Baufortschritte angesehen haben, denn sie wollten wissen, wo sie später arbeiten würden», erzählt er.

Gregor ergänzt lachend: «Heute ist es schön, zu sehen, wie sie sich über die neuen Räume freuen und sich sogar persönlich bei den Architekten herzlich bedanken.»