Knapp 1000 Miet-WCs, ein Duschanhänger und ein Team von sieben Fahrern plus seinen zwei Töchtern im Büro – in zehn Jahren hat sich der heute 57-jährige Christoph Hüsser in Bremgarten ein stattliches Unternehmen, die Hüsser WC-Vermietung AG, aufgebaut. Und zwar mit derselben Leidenschaft, Durchsetzungskraft und Zielstrebigkeit, die ihn vor 23 und 24 Jahren schon zum zweifachen Seitenwagenweltmeister gemacht hat.

Zusammen mit Zwillingsbruder Andreas ist Christoph Hüsser auf dem Bauernhof der Grosseltern in Stetten aufgewachsen. Auf der damaligen Motocross-Trainingsstrecke in Nesselnbach kamen die beiden erstmals mit ihrem späteren Lieblingssport in Kontakt. Ob er von seiner Firma oder vom Sport spricht, für Hüsser galt schon immer: «Entweder gebe ich Vollgas, oder ich lasse es gleich sein. Halbbatzig gibt es bei mir nicht.»

15 Jahre lang fuhr er Solo-Motocross auf den Pisten in ganz Europa. Er war einer der Spitzenpiloten – und sein Bruder, der schon länger auf den Seitenwagen gewechselt hatte und ebenso ehrgeizig war wie er, «war einer der besten Beifahrer, die es damals gab». Also taten sich die beiden 1986 zusammen. «Wir trainierten doppelt so viel wie unsere Konkurrenten.» An ihrer ersten Weltmeisterschaft wurden sie in beiden Läufen Dritte. Und bereits in ihrem zweiten Jahr holten sie sich den Weltmeisterpokal. «Wir hatten auch immer die besten Mechaniker der Schweiz. Aber wir hätten sie nie bezahlen können. Die kamen einfach aus Sympathie», erinnert sich Hüsser lächelnd. Ein Jahr später verteidigten die Brüder ihren Titel, danach stieg Andreas aus dem Sport aus. «Ich hatte noch einige andere Partner, aber das Timing und das Vertrauen, das mein Bruder und ich teilten, war natürlich weg.» So beendete auch Christoph Hüsser bald darauf seine Karriere.

Ganz kehrte er dem Motocross aber nie den Rücken. Ein Glück für ihn, denn: «1996 organisierten mein Bruder und ich das Motocross in Tägerig. Damals sprach ich mit einem österreichischen WC-Vermieter, der mir den Tipp gab, dass Miet-WCs eine echte Marktlücke seien», erinnert sich Hüsser. Durch eine Erbschaft kam er zu genügend Geld, um sich die ersten WC-Kabinen zu bestellen, und 2001 eröffnete er seine heute boomende Firma. Dabei ist er seinen Grundsätzen immer treu geblieben: «Ich behandle alle Kunden gleich, denn ein WC wird bei allen gleich dreckig.»

Hüsser-WCs sind die teuersten auf dem Markt, das ist Hüsser bewusst. «Dafür garantiere ich für Zuverlässigkeit und Sauberkeit.» Ihn störe es nicht, morgens um 5 Uhr aufzustehen, um an einem Fest oder eben am Motocross die Toiletten eigenhändig zu reinigen. Am Motocross in Hilfikon, wo er vor vielen Jahren selber mitgefahren ist, ist er heute nicht nur mit seinen WC-Kabinen präsent, sondern mit einer ganzen VIP-Arena. Das ist Hüssers Art, den zehnten Geburtstag seiner Hüsser-WCs zu feiern.