Am nächsten Wochenende werden über 1000 Wanderleute von Bremgarten aus einen Volksmarsch über 6, 10 oder 20 Kilometer in Angriff nehmen. Einmal mehr. Die Wandergruppe Bremgarten organisiert diesen Anlass zum 50. Mal und das nach wie vor mit grossem Erfolg: «Unser Marsch ist der teilnehmerstärkste in der ganzen Schweiz», sagt Vereinspräsidentin Marianne Waltenspül nicht ohne Stolz.

Der Grund dafür liege einerseits am schönen Freiamt: «Unsere vielseitige Landschaft erlaubt es uns, immer wieder neue, attraktive Routen anzubieten. Das wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr geschätzt», erklären die Bremgarter Wanderer. Und verweisen auf eine weitere Spezialität: «Unsere Lokalitäten tragen mit zum Erfolg bei. Unsere Gäste können die Geselligkeit vor und nach dem Wandern in gediegener Umgebung pflegen. Andernorts sitzt man dazu in Scheunen, wir dekorieren die Mehrzweckhalle der Stiftung St. Josef speziell und auch die Bremgarter Waldhütte ist immer wieder für einen Marschhalt gut.»

Das Erlebnis mit Freunden

Worin liegt der Reiz, im Dutzend auf eine Wanderung zu gehen? «Die Kameradschaft», erklären die Bremgarter Wandervögel spontan und unisono. Mit den Jahren ergäben sich Freundschaften über die Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Auf den Wanderungen treffe man immer wieder alte Bekannte und könne mit ihnen plaudern und nach einem Marsch die Geselligkeit pflegen. Es ist dieses gemeinsame Erlebnis mit Freunden, das die Wandergruppe aus dem Reussstädtchen seit Jahrzehnten antreibt. An 25 Wanderungen nehmen sie jährlich teil. Nicht mehr in so grosser Zahl wie einst, als der Verein noch über 50 Mitglieder zählte. Heute sind es noch knapp die Hälfte und nicht mehr alle gesundheitlich in der Lage, längere Distanzen zu Fuss zu meistern.

Grosser Aufwand für den Anlass

An den Wandertagen im Städtchen sind aber alle da, und es werden auch alle gebraucht, denn der Aufwand ist gross. «Die Vorstandsmitglieder investieren in die Vorbereitung insgesamt jeweils rund eine Arbeitswoche», sagt Präsidentin Waltenspül. Die Ausschreibung muss gedruckt und verschickt werden, Lokal sind zu reservieren und zahlreiche Bewilligungen einzuholen. Für jede einzelne Gemeinde, durch welche die Strecke führt, ist eine eigene Bewilligung nötig. «Früher», lacht Waltenspül, «mussten wir gemäss dem geltenden Walddekret sogar noch eine Gebühr zahlen, wenn wir durch einen Wald gelaufen sind. Aber das ist zum Glück heute nicht mehr nötig.»

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Marsch kommen aus der ganzen Schweiz. Darunter sind Leute, welche an diesem Wochenende eine oder mehrere der drei Routen gleich mehrmals absolvieren. Und es kommen alle Bevölkerungsschichten. «Unsere Strecken sind alle kinderwagentauglich. Deshalb sind stets viele Familien unterwegs und gelegentlich sogar Gehbehinderte mit Rollatoren.