Keine Frage: Wer den Bremgarter Christchindli-Märt besucht, der erscheint nicht mit leeren Händen unter dem Weihnachtsbaum. Will heissen, das Angebot der mehr als 300 Aussteller ist auch in diesem Jahr wieder ausgesprochen vielfältig und bietet für jeden Geschmack etwas. Dafür sorgt seit Jahren mit sehr viel Gespür und guter Nase der bekannte Marktchef Walter Friedli. Er ist dafür verantwortlich, wer an «seinem» Markt einen Standplatz erhält und wo er sich mit seiner Ware präsentieren darf.

Seit gut zehn Jahren erhalten die Zufiker Ariane Lindegger und ihr Partner, Fredy Engeler, von Friedli die Lizenz zum Bezaubern. Ihre Glücksketten, Engel, Schmuckstücke und Leuchtkörper sind alle Einzelanfertigungen. Sie entstehen aus Fundstücken, welche die beiden Objektkünstler von ihren ausgedehnten Reisen mit nach Hause bringen. Schwemmholz aus Korsika zum Beispiel. Sie bestellen aber auch aus der ganzen Welt besonders dekorative Naturprodukte, wie zum Beispiel Banksia-Zapfen aus Australien oder Sarmaticus-Muscheln aus Südafrika. «Die Einheimischen essen diese Muscheln», erklärt Engeler. «Die Schalen kann man dann offiziell kaufen. Die Schweiz erhält jedes Jahr ein fesgelegtes Kontingent an Sarmaticus-Muscheln. Da wird also nicht gefrevelt.»

Der Samichlaus läutet den Christchindlimärt in Bremgarten ein

Der Samichlaus läutet den Christchindlimärt in Bremgarten ein (6. Dezember 2018)

Samt Fahnenschwinger, Alphornspielern und den obligaten Glocken zog er durch das Städtli.

Der Fantasie freien Lauf lassen

Die künstlerische Zusammenarbeit des Paares begann auf einer Reise, als sie auf die Idee kamen, «Paradiesvögel» aus Holz zu schnitzen und zu bemalen. «Die wollte aber niemand haben», erzählt Lindegger und lacht. Die gelernte Bäckerin/Konditorin, die sich in Abendkursen an der Kunstgewerbeschule weitergebildet hat, sprühte schon immer vor Ideen. So inspirierten sie als Nächstes die Steine im Maggiatal. Daraus entstanden ihre ersten Steinskulpturen und gaben ihrem heutigen Atelier «steinReich» seinen Namen. Plötzlich begann sich das Publikum für ihre Objekte zu interessieren. Heute kann sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen, denn was auch immer sie sich ausdenkt, der Mann an ihrer Seite hilft der an Weichteilrheuma leidenden Künstlerin, ihre Kreationen umzusetzen, auszustellen und der Kundschaft zu präsentieren.

Herziges zum Ausprobieren

Ganz ähnlich wie die Macher von «steinReich» funktionieren auch die beiden Bremgarter Schwestern Barbara Krom und Katharina Eichenberger. Sie verbindet vieles, aber ganz besonders die Freude, beim Weihnachtsmarkt im Städtchen ihren Stand mit Nostalgieprodukten zu betreiben. Viele ihrer Angebote sind Handarbeit. Zum Beispiel die schmucken kleinen Seifen, die wie erlesene Baisers oder farbige Mohrenköpfli auf einer Etagère angerichtet sind. Auch Strickwaren in allen Farben finden sich am Stand des «Nostalgieshops».

Diese strickt Krom, «weil ich beim Lismen so gut entspannen kann». Ihre Schwester, ursprünglich eine gelernte Gärtnerin/Floristin, steuert ihre selbst gemachten Adventskränze und -gestecke bei. Dazwischen stehen kleine Drehorgeln, Karussells, Teddybären, Engelfigürchen und Wackelfiguren, die auch heute noch auf jedes Kind eine magische Anziehungskraft ausüben. «Das ist vielleicht etwas der Nachteil an unserem Geschäft», sagt Krom. «Viele Leute schauen sich unsere Auslagen gerne an und probieren eine Drehorgel aus oder spielen mit einer Wackelfigur. Dann gehen sie weiter. Wir haben manchmal schon das Gefühl, dass wir einfach zur Unterhaltung dienen.»

Jedes Jahr wieder mit Freude

Wenn man wirklich verdienen wolle am Weihnachtsmarkt, dann müsse man Würste anbieten, sagen die zwei Frauen, die nun auch schon seit zehn Jahren dem Christchindli-Märt die Treue halten. «Am Anfang habe ich nur mitgemacht, weil ich meiner Schwester helfen wollte», sagt Eichenberger, «aber jetzt freue ich mich jedes Jahr auf die Leute und die ganze Stimmung hier.» Für die beiden Witwen ist ihr Stand auch immer wieder ein Treffpunkt für Freunde und Bekannte, die extra wegen ihnen den Markt besuchen.