Zwei Musiker stehen vor dem Zeughaussaal in Bremgarten, wo grundsätzlich einmal pro Woche die Probe der Stadtmusik stattfindet. Sie tauschen sich über Konzertreisen nach Valencia aus, auch in Montreux waren sie einmal. Als Nächstes auf der Liste steht ein Besuch im österreichischen Innsbruck. Denn die Stadtmusik wurde zur Matinee der Innsbrucker Promenadenkonzerte eingeladen. Diese finden in der kaiserlichen Hofburg statt und die europaweit besten Blasorchesterformationen nehmen daran teil.

«Die Initianten sind damals in Montreux auf uns aufmerksam geworden», erklärt Niki Wüthrich, Dirigent der Stadtmusik und Leiter der Musikschule Bremgarten. «Die Chance, nach Innsbruck zu reisen, ist eine Ehre für den ganzen Verein. So etwas schweisst zusammen», sagt er. Das Orchester umfasst knapp 60 Musiker. «Die Reiseplanung war schon eine Herausforderung. Wir wollen schliesslich auch noch die Tiroler Stadt besichtigen.» Ausser der Stadtmusik Bremgarten wurde nur ein weiteres Schweizer Orchester aus Oerlikon an die Promenadenkonzerte Innsbruck eingeladen.

Ungezwungene Klassik

Die Aufführung findet in drei Wochen statt und die Vorbereitungen dafür sind schon im vollen Gange: Ein- bis zweimal pro Woche treffen sich die Musiker im Bremgarter Zeughaussaal, ein Probeweekend haben sie bereits absolviert. Das Programm, das die Stadtmusik aufführen wird, umfasst neun klassische Stücke, darunter Werke der Komponisten Tschaikowsky und Leonard Bernstein.

«Die Kompositionen sind abwechslungsreich, fröhlich und sommerlich. Stolz sind wir vor allem darauf, dass Johannes Otter als Horn-Solist auftreten wird», sagt Dirigent Wüthrich. Der Musiker aus Basel studierte in Berlin und Hamburg, ist Dozent an der Hochschule für Musik in Bern und spielt beispielsweise bei der Hannover Philharmonie. Wer das Programm der Stadtmusik Bremgarten live erleben möchte, muss dem Orchester nicht extra nach Innsbruck folgen. Am 1. Juli findet das Klassik-Openair im Sinnesgarten der St. Josef-Stiftung statt. «Am 16. Juli spielen wir in Innsbruck. Zuvor am Klassik-Openair aufzutreten, ist die beste Vorbereitung.» Dass das Openair auf dem Areal der St. Josef-Stiftung stattfindet, beruht auf guter Zusammenarbeit: «Wir haben schon mehrere Projekte gemeinsam realisiert und der Sinnesgarten ist eine wunderbare Location.» Wüthrich hofft auf gutes Wetter, denn die Besucher sollen es sich unter freiem Himmel bequem machen. Die Vorreiter für ungezwungene Klassik- und Picknickkonzerte im Freien seien die Engländer, erklärt Wüthrich. «Auch wir wollen den Besuchern zeigen, dass wir keine verstaubte Blasmusik sind.» Das Orchester sei eine gemischte Gruppe. Das jüngste Mitglied ist erst 14 Jahre alt, das älteste über 70. Der Aufbau einer Jugendmusik oder eines Nachwuchsensembles sei trotzdem ein Vorhaben, das der Dirigent in Angriff nehmen möchte. «Mit dem Klassik-Openair soll auch junges Publikum angesprochen werden. Wir zeigen, dass unser Orchester lebendig ist, Energie und Power hat.»

Klassik-Openair am 1. Juli um 19.30 Uhr. Bei schönem Wetter im Sinnesgarten, bei schlechtem Wetter im Casino Bremgarten.