Wohlen
Vom Aquarell zur Holzskulptur – und der Ausstellung im Nachbardorf

Der Villmerger Künstler Ruschy Hausmann stellt im Gemeindehaus von Wohlen aus. Davon hat er schon lange geträumt.

Nathalie Wolgensinger-Büchler
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Der Villmerger Ruschy Hausmann. NW

Der Villmerger Ruschy Hausmann. NW

Seit seiner Pensionierung macht der 71-jährige Ruschy Hausmann, was er am liebsten tut: Sich künstlerisch betätigen. Nun stellt er, auf Einladung der Kunstkommission Wohlen, seine Skulpturen im Gemeindehaus aus.

Das Wohnzimmer im Villmerger Armenhaus ist zugleich Hausmanns Atelier. Lange Zeit seines Lebens konnte er sich nicht der Kunst widmen. «Ich lernte Baummöbelschreiner und habe im elterlichen Betrieb mitgearbeitet. Das tat ich, weil das so von mir erwartet wurde», erzählt er. Seine Liebe zur Kunst pflegte er während seiner Freizeit. Zwei seiner Freunde konnten den gestalterischen Vorkurs an der Kunstgewerbeschule besuchen. Ihre Arbeiten und Erzählungen inspirierten den jungen Ruschy Hausmann. Bald einmal gründete er eine Familie und kaufte gemeinsam mit einer befreundeten Familie das Villmerger Armenhaus. Damit lud er sich viel Arbeit auf. «Damals war keine Zeit für Kunst», blickt er zurück. Als er beim Aufräumen zufällig auf eine Schachtel mit seinen Aquarellen stiess, da packte es ihn wieder: «Ich war sofort wieder begeistert», erzählt er. Hausmann besuchte fortan Zeichenklassen und bildete sich mit Kursen an einer Kunstakademie weiter.

Von Aquarell zu Stein

Die künstlerische Entwicklung Hausmanns ist in seinen Bildern deutlich abzulesen. «Ich habe wie viele andere auch mit Aquarell begonnen.» AcrylBilder und Figuren aus Ton waren die nächste Herausforderung. Mittlerweile beschäftigt er sich mit Holz, «als Holzwurm ist das ja fast selbstverständlich», kommentiert er lachend. Die Arbeit mit Holz und Stein verlange viel Aufmerksamkeit und Präsenz, erzählt er und fügt an: «Es braucht Offenheit, um sich von ihnen führen zu lassen.» Den Holz- und Steinskulpturen gebe er bewusst keine Namen. So überlässt er dem Betrachter mehr Interpretationsspielraum.

Das ist auch bei seinen neuesten Werken der Fall. Was man den ersten Blick als Durcheinander der Farben hält, ist auf ein fein säuberlich strukturiertes Bild, durchbrochen von feinen Wasserspuren. Seit kurzem experimentiert er mit Seidenpapier und Spraydosen. Daraus entstehen Bilder mit einem witzigen 3-D-Effekt. Auch diese wird er in Wohlen ausstellen. Dass er im Nachbardorf ausstellen darf, ist für ihn eine grosse Ehre. «Davon habe ich schon lange geträumt», gesteht er ein.

Vernissage am Freitag, 21. Oktober, um 20 Uhr, Dr. Dominic Notter hält die Einführung, Musik: Franziska Hauser.

Öffnungszeiten Montag bis Freitag 8.30 bis 11.45 und 13.30 bis 17 Uhr, samstags 13.30 bis 17 Uhr. Bis 13. November.