Bremgarten
«Völlig entgleister Einsatz»: Linksautonome kritisieren Polizeiaktion gegen 1. Mai-Demo

Am gestrigen 1. Mai sorgte ein grosser Polizeieinsatz in Bremgarten für Aufsehen. Mehrere Patrouillen hinderten eine Gruppe Linksautonome, eine Kundgebung durchzuführen. Diese kritisieren das Vorgehen der Polizei nun in einem Communiqué.

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Mehrere Patrouillen gegen rund 30 Linksautonome: Das Vorgehen der Polizei wird scharf kritisiert.

Mehrere Patrouillen gegen rund 30 Linksautonome: Das Vorgehen der Polizei wird scharf kritisiert.

Rund 25 bis 30 Kundgebungsteilnehmer wurden wegen Widerhandlung gegen die aktuellen Corona-Vorschriften verzeigt, wie die Kantonspolizei Aargau in ihrer Mitteilung von heute Samstag schreibt. Dies, nachdem am gestrigen 1. Mai eine Kundgebung einer Gruppe Linksautonomen in Bremgarten durch mehrere Polizeipatrouillen aufgelöst wurde.

In einem Communiqué auf der Informationsplattform «Barrikade» kritisieren die Linksautonomen, die wohl dem Kulturzentrum Bremgarten (KuZeB) nahestehen, den Polizeieinsatz. Der Spaziergang, wie es die Gruppe im Schreiben nennt, sei stets unter Berücksichtigung der Verordnung des Bundesamts für Gesundheit erfolgt. Sprich mit Atemschutzmasken und zwei Metern Abstand.

«Gerade wegen der momentanen Situation war es den Spaziergänger*innen ein grundlegendes Anliegen, aktuelle politische Themen auf die Strasse zu tragen», schreiben die Autoren des Communiqés weiter. Durch den friedlichen Spaziergang mit musikalischer Untermalung seien Menschen, die ihre Wohnung momentan nicht verlassen wollen oder können, erreicht worden.

Weiter heisst es in der Mitteilung: «Trotzdem sah die Polizei hier einen anscheinend besonders schweren Verstoss gegen die aktuell geltenden Bestimmungen aufgrund der Covid-19 Pandemie. Durch den völlig entgleisten Einsatz der Polizei ist diese friedliche Aktion zu einem Trauerspiel verkommen. Die herbeieilende Polizei beendete den Spaziergang kurz vor dessen Abschluss.»

Die Verfasser kritisieren weiter, dass zahlreiche Personen angehalten und auf ihre Personalien kontrolliert wurden. Sie seien teils stundenlang festgehalten und «öffentlich zur Schau gestellt» worden. Auch zu vereinzelten Leibesvisitationen soll es gekommen sein.

Die Mitteilung schliesst mit den Worten: «Wir kritisieren dieses nicht zu rechtfertigende Verhalten der Polizei aufs Schärfste! Insbesondere in Zeiten von Covid-19 muss es möglich sein, politische Inhalte und aktuelle Geschehnisse in der Öffentlichkeit ansprechen und kritisieren zu können.» (luk)