Buttwil
Volkstheater: Ein Rentner kämpft für Selbstbestimmung

In der Komödie «Bis doch ned so dumm» kämpft ein schlitzohriger Rentner gegen Söhne, Tochter und Schwiegertochter an. Auf der Bühne stehen die Trachtengruppe und der Männerchor Buttwil.

Dominic Kobelt
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Von der Haushälterin Lilo (Selina Meier) ist Fritz Meier (Josi Wetzstein) ganz angetan, nur zum Arbeiten kann man sie nicht gebrauchen
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Das Konzert zur Eröffnung
Fritz Meier (gespielt von Josi Wetzstein) bringt seine Mitmenschen zur Verzweiflung
Irma Streitt (Hanny Erni) bringt Fritz Meier (Josi Wetzstein) schliesslich zur Vernunft
Fritz Meier (gespielt von Josi Wetzstein) bringt seine Mitmenschen zur Verzweiflung
Buttwil: Viel Gelächter um ein ernstes Thema

Von der Haushälterin Lilo (Selina Meier) ist Fritz Meier (Josi Wetzstein) ganz angetan, nur zum Arbeiten kann man sie nicht gebrauchen

Dominic Kobelt

Das Essen in der Küche ist angebrannt, während Fritz Meier auf seinem Sessel eingeschlafen ist, das Müsli verwechselt er mit dem Vogelfutter und in der Wohnung sieht es aus wie in einer Männer-WG: herumliegende Zeitungen, Essensreste und dreckige Wäsche so weit das Auge reicht. Klar, dass sich da die Söhne, die Tochter und die Schwiegertochter Sorgen machen, auch wenn Letztere wohl eher auf ein Stück von der Erbschaft aus ist.

Fritz Meier stellt auf stur, möchte selbst über sein Leben bestimmen und sich weder ins Heim schicken, noch von einer Haushälterin helfen lassen. Dass er seine Verwandten allzu gerne auf die Schippe nimmt, trägt auch nicht viel zu einer friedlichen Stimmung bei.

Herausragende Leistung

Das Theaterstück «Bis doch ned so dumm», das zur Zeit von der Trachtengruppe und dem Männerchor Buttwil, zusammen mit einem Konzert, aufgeführt wird, kennen viele Zuschauer aus eigener Erfahrung. Obwohl die Selbstbestimmung im Alter, um die sich das Stück letztendlich dreht, ein ernstes Thema ist, wird im Saal herzhaft gelacht. Dies ist dem Stück, insbesondere aber der herausragenden Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler zu verdanken. Allen voran Josi Wetzstein, der Fritz Meier mit einer Inbrunst verkörpert, die vollends überzeugt.

Ob er wütend auf den Tisch haut, schlitzohrig seine Schwiegertochter aufs Korn nimmt oder der hübschen jungen Haushälterin Lilo Avancen macht, man nimmt ihm den witzigen und trotzdem nachdenklichen Rentner ab – die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschnitten. Aber auch seine Kolleginnen und Kollegen spielen mit Ausdruck und Charme.

«Ich hatte das Stück schon vor zwei Jahren im Auge, wir machten es aber abhängig von der Zusage von Josi Wetzstein, ob wir es spielen», sagt dann auch Regisseurin Carmen Meier. Das Erfolgsrezept sei die Mischung zwischen modern und volkstümlich, «das passt gut in unser Dorf», erklärt Meier. Falsch liegt sie damit offenbar nicht: Die Vorführungen sind bereits im Vorfeld zu fast 80 % ausverkauft, und das bei einem Saal, in dem 278 Leute Platz finden.

Für den Erfolg musste die Truppe hart arbeiten: «Die Probezeit war manchmal anstrengend, während den Proben läuft halt nicht immer alles rund, und die Rollen waren teilweise sehr textintensiv», sagt Meier.

Das Konzert mit dem Motto «Musikalischer Regenbogen» rundet das Abendprogramm ab. Ein Querschnitt aus bekannten Melodien wie «An der schönen Blauen Donau» oder dem Radetzky-Marsch animieren zum Mitklatschen.

Vorführungen am Mittwoch, 15., Freitag, 17. und Samstag, 18. April jeweils um 20 Uhr.

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