Wohlen

«Völlig übertrieben»: Aargauer Halloween-Fans müssen sich wegen ihres Gruselgartens einiges anhören

Massimo Stefano und Carlo Damiano jagen Süssigkeiten-Sammlern ab heute Abend einen Schauer über den Rücken. JOL

Massimo Stefano und Carlo Damiano jagen Süssigkeiten-Sammlern ab heute Abend einen Schauer über den Rücken. JOL

Massimo Stefano und Carlo Damiano sind Halloween-Fans durch und durch. In ihrem Garten haben sie ein veritables Gruselkabinett aufgestellt. Kindern gefällt der Gruselgarten, Eltern sind skeptisch.

Auf die Frage, ob sie schreckhaft seien, schütteln Massimo Stefano und Carlo Damiano beide lachend den Kopf. Sie selber jagen Halloween-Begeisterten aber gerne einen Schrecken ein. Seit sieben Jahren stellt Stefano am 31. Oktober auf dem Vorplatz seines Hauses, Albisweg 1 in Wohlen, einen Gruselgarten auf.

Sein Freund Damiano unterstützt ihn seit zwei Jahren dabei. Heuer ist der Irrweg zum ersten Mal abgedeckt und kommt so einem Geisterhaus sehr nahe. Ausserdem werden heute Abend erstmalig auch echte Menschen als verkleidete Gruselgestalten zur Ausstattung gehören. Neben den kostümierten Personen, Musik-, Licht- und Raucheffekten sorgen auch Skelette, Spinnweben, Kürbisse und mechanische Puppen, Fledermäuse, Totenköpfe und sogar ein Zombie für ein mulmiges Bauchgefühl bei den Besuchern.

Halloween-Gruselkabinett im Garten

Halloween-Gruselkabinett im Garten

Das traditionelle keltische Totenfest steht vor der Tür. Carlo Dammiano aus Wohlen dekorierte seinen Garten für dieses traditionelle Fest ganz besonders.

Angepasstes Grusel-Niveau

Angst wollen die beiden aber niemandem einjagen. «Wir möchten den Leuten eine Freude machen», sagt Damiano. Im Geisterhaus sind alle willkommen, egal ob noch im Kindergartenalter oder schon längst erwachsen. Der Schreckfaktor wird nämlich der Altersstufe angepasst.

«Am Eingang stehen zwei Freunde. Teilen sie uns mit, dass kleine Kinder durchs Labyrinth kommen, werden wir das Gruselniveau herunterfahren.» Wer eine Mutprobe machen oder sich einfach etwas vergnügen und fürchten will, ist am Albisweg also an der richtigen Adresse. Süsses gibt es als Belohnung am Ende des Irrwegs und dazu auch noch einen Ballon.

«Die müssen wir übrigens noch kaufen, fällt mir gerade ein», sagt Damiano lachend zu Stefano. Alle Materialien bezahlt der Wohler aus eigener Tasche. Bestimmt schon mehrere 1000 Franken habe Stefano dieses Jahr für seinen Irrgarten ausgegeben, errechnet Damiano. Dabei ist der batteriebetriebene Zombie sein neuer Stolz. Dieser wird aber erst heute montiert, damit er nicht durch den Regen beschädigt wird. Das Wetter hat nämlich auch sonst schon genug Schaden angerichtet und einen grossen Teil der Aussendeko umgeblasen. «Das stellen wir bis morgen alles wieder auf», hat Damiano gestern noch versprochen. «Wir hatten so gehofft, dass es nicht regnet.»

Um 18 Uhr beginnt der Grusel

«Völlig übertrieben», bekommen Massimo Stefano und Carlo Damiano von Nachbarn öfters zu hören. «Man sollte nicht immer nur das Schlechte sehen. Für uns ist es eine Herausforderung, zu zeigen, dass dieser Brauch auch schön sein kann», erzählt Damiano. «Wir möchten das Gute zeigen und mit etwas Spass verbinden.»

Positive Reaktionen gab es auf das Labyrinth vor allem von Kindern. «Sie kommen nach der Schule vorbei und fragen, ob sie schon hinein dürfen.» Sie dürfen nicht. Bis heute Abend um 18 Uhr müssen sich die Kinder noch gedulden. Dafür steht das Labyrinth danach noch ungefähr eine Woche. So bekommen alle die Chance, sich einen Schrecken zu holen oder eine zweite Runde durch den Irrgarten zu machen. Danach wird er abgebaut und die Deko wieder in der Garage verstaut, wo sie darauf wartet, im nächsten Jahr wieder zum Einsatz zu kommen. «Vielleicht gibt es dann zwei Stöcke», lachen die beiden.

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